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Was ist Fremdkapital?

Fremdkapital ist von Dritten – meist Banken – zur Verfügung gestelltes Kapital, das gegen Zinsen überlassen und zu festen Bedingungen zurückgezahlt werden muss. Anders als Eigenkapitalgeber sind Fremdkapitalgeber nicht am Gewinn beteiligt und tragen kein unternehmerisches Risiko, haben dafür aber einen vorrangigen Anspruch auf Zins und Tilgung. Bei einem Agri-PV-Direktinvestment kann Fremdkapital genutzt werden, um den Eigenkapitaleinsatz zu reduzieren und über den Leverage-Effekt die Eigenkapitalrendite zu beeinflussen.

June 2, 2026

Inhaltsverzeichnis

Fremdkapital auf den Punkt gebracht

  • Definition: Von Dritten – meist Banken – gegen Zinsen überlassenes Kapital mit fester Rückzahlungsverpflichtung
  • Stellung: Fremdkapitalgeber sind Gläubiger, nicht am Gewinn beteiligt und tragen kein unternehmerisches Risiko
  • Gegenstück: Steht dem Eigenkapital gegenüber, das Eigentümerrechte und Haftung vermittelt
  • Leverage-Effekt: Kann die Eigenkapitalrendite erhöhen, wenn die Gesamtkapitalrendite über dem Fremdkapitalzins liegt
  • Steuerlich: Zinsen sind grundsätzlich als Betriebsausgaben abziehbar
  • Risiko: Feste Zins- und Tilgungslast unabhängig vom Ertrag; hoher Verschuldungsgrad erhöht das Risiko

Was ist Fremdkapital?

Fremdkapital bezeichnet finanzielle Mittel, die einem Investor oder Unternehmen von außen – typischerweise durch eine Bank – zur Verfügung gestellt werden. Im Unterschied zum Eigenkapital handelt es sich um geliehenes Geld, das zu festen Bedingungen verzinst und zurückgezahlt werden muss. Der Fremdkapitalgeber nimmt eine Gläubigerstellung ein.

Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  • Fester Zinsanspruch: Der Geldgeber erhält Zinsen, unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg der Investition
  • Keine Gewinnbeteiligung: An Gewinnen über den vereinbarten Zins hinaus ist der Fremdkapitalgeber nicht beteiligt
  • Keine Haftung: Als Gläubiger trägt er nicht das unternehmerische Risiko des Investors
  • Vorrang in der Insolvenz: Fremdkapitalgeber werden vor den Eigenkapitalgebern bedient

Für ein Agri-PV-Direktinvestment kann der Kauf einer Parzelle ganz oder teilweise über einen Kredit finanziert werden – ähnlich wie bei einer Immobilie.

Wie wirkt der Leverage-Effekt?

Der zentrale Grund für den Einsatz von Fremdkapital ist die Hebelwirkung auf die Eigenkapitalrendite, der sogenannte Leverage-Effekt. Vereinfacht gilt: Wird ein Teil der Investition durch günstiges Fremdkapital ersetzt, muss weniger Eigenkapital eingesetzt werden – die Rendite bezogen auf das Eigenkapital kann dadurch steigen.

Der Leverage-Effekt wirkt nur positiv, solange die Gesamtkapitalrendite der Investition über dem Fremdkapitalzins liegt. Kehrt sich dieses Verhältnis um, verstärkt der Hebel die Verluste: Die Eigenkapitalrendite sinkt dann mit steigender Verschuldung – aus der Chance wird ein Risiko.

Entscheidend ist also die Differenz zwischen der erzielbaren Gesamtkapitalrendite und den Fremdkapitalkosten. Da ein höherer Verschuldungsgrad zugleich das Risiko erhöht, verlangen Kreditgeber bei steigender Verschuldung oft höhere Zinsen. Ein hoher Hebel ist daher kein kostenloser Renditebooster, sondern stets mit größerem Risiko verbunden.

Welche steuerliche Rolle spielt Fremdkapital?

Ein zusätzlicher Aspekt ist die steuerliche Behandlung: Zinsen für betrieblich veranlasstes Fremdkapital sind grundsätzlich als Betriebsausgaben abziehbar und mindern damit den steuerpflichtigen Gewinn. Bei einem gewerblichen Agri-PV-Investment kann die Fremdfinanzierung so neben dem Investitionsabzugsbetrag und der Abschreibung einen weiteren steuerlich wirksamen Kostenblock darstellen.

Die konkrete Wirkung hängt jedoch von der individuellen Situation und etwaigen Abzugsbeschränkungen ab. Die hier dargestellten Zusammenhänge sind eine allgemeine Information und keine individuelle Steuer- oder Finanzierungsberatung. Eine steuerliche Beratung im Einzelfall ist unverzichtbar.

Welche Risiken sind zu beachten?

Fremdkapital erhöht die Renditechance, aber auch das Risiko. Investoren sollten folgende Punkte beachten:

  1. Feste Belastung: Zins und Tilgung müssen unabhängig vom tatsächlichen Anlagenertrag bedient werden.
  2. Ertragsschwankungen: Bleiben die Stromerlöse – etwa durch einen niedrigen Marktwert Solar oder technische Ausfälle – hinter den Erwartungen zurück, kann die Liquidität unter Druck geraten.
  3. Zinsrisiko: Bei variabel verzinsten oder anschlussfinanzierten Krediten können steigende Zinsen die Wirtschaftlichkeit verschlechtern.

Für die Praxis bedeutet das: Die Wahl der Kapitalstruktur – also das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital – ist eine zentrale Entscheidung jedes Investments. Sie sollte zur Renditeerwartung, zur Risikobereitschaft und zur Liquiditätssituation des Investors passen und fachkundig geprüft werden. Eine vollständige Eigenkapitalfinanzierung vermeidet Zinsrisiken, während eine maßvolle Fremdfinanzierung den Eigenkapitaleinsatz senken und den Hebel nutzen kann.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Was ist der Unterschied zwischen Eigen- und Fremdkapital?

Eigenkapitalgeber sind Eigentümer, am Gewinn und Verlust beteiligt und haften mindestens mit ihrer Einlage. Fremdkapitalgeber wie Banken erhalten dagegen nur einen festen Zinsanspruch, werden nicht am Gewinn beteiligt und haben eine Gläubigerstellung. Im Insolvenzfall werden Fremdkapitalgeber vorrangig vor den Eigenkapitalgebern bedient.

Wann lohnt sich der Einsatz von Fremdkapital?

Der Leverage-Effekt wirkt positiv, solange die Gesamtkapitalrendite der Investition über dem Fremdkapitalzins liegt. In diesem Fall steigt die Eigenkapitalrendite mit zunehmendem Fremdkapitalanteil. Liegt die Gesamtkapitalrendite jedoch unter dem Zins, kehrt sich der Effekt um und die Eigenkapitalrendite sinkt.

Sind die Zinsen für Fremdkapital steuerlich absetzbar?

Zinsen für betrieblich veranlasstes Fremdkapital sind grundsätzlich als Betriebsausgaben abziehbar und mindern den steuerpflichtigen Gewinn. Die konkrete Wirkung hängt von der individuellen Situation und etwaigen Abzugsbeschränkungen ab. Eine steuerliche Beratung im Einzelfall ist hier unverzichtbar.

Welche Risiken bringt Fremdkapital mit sich?

Fremdkapital erhöht den festen Kostenblock aus Zins und Tilgung, der unabhängig vom Anlagenertrag bedient werden muss. Bleiben die Erträge hinter den Erwartungen zurück, kann dies die Liquidität belasten. Ein zu hoher Verschuldungsgrad vergrößert daher das Risiko und kann im Extremfall die Tragfähigkeit des Investments gefährden.

Sollte ein PV-Investment mit Eigen- oder Fremdkapital finanziert werden?

Das hängt von Zinsniveau, erwarteter Rendite, Risikobereitschaft und Liquidität ab. Eine vollständige Eigenkapitalfinanzierung vermeidet Zinsrisiken, während eine Teilfinanzierung den Eigenkapitaleinsatz senkt und den Hebel nutzt. Die passende Kapitalstruktur sollte individuell und mit fachlicher Begleitung festgelegt werden.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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