Wirtschaftlichkeit & Rendite
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Was ist Volatilität bei der Kapitalanlage?

Volatilität bezeichnet die Schwankungsbreite einer Kapitalanlage und gilt als das gebräuchlichste Maß für deren Risiko. Statistisch wird sie meist als Standardabweichung der Renditen um ihren Mittelwert über einen bestimmten Zeitraum gemessen und in Prozent ausgedrückt. Je höher die Volatilität, desto stärker schwankt der Wert einer Anlage – sowohl nach oben als auch nach unten. Für Investoren ist Volatilität deshalb eine zentrale Kennzahl, um das Risiko-Rendite-Profil unterschiedlicher Anlageklassen zu vergleichen und Sachwerte wie Agri-PV gegenüber börsennotierten Anlagen einzuordnen.

June 9, 2026

Inhaltsverzeichnis

Volatilität auf den Punkt gebracht

  • Definition: Maß für die Schwankungsbreite einer Anlage; gebräuchlichste Kennzahl zur Risikomessung an den Kapitalmärkten
  • Berechnung: In der Regel als annualisierte Standardabweichung (σ) der Renditen, ausgedrückt in Prozent
  • Aussage: Hohe Volatilität bedeutet starke Kursausschläge, niedrige Volatilität bedeutet ruhige, stetige Wertentwicklung
  • Zwei Seiten: Volatilität erfasst nicht nur Verlustrisiken, sondern auch Gewinnchancen – sie misst Streuung in beide Richtungen
  • Bedeutung für Investoren: Zentrale Stellgröße im Verhältnis von Risiko und Rendite sowie für die Portfoliodiversifikation
  • Einordnung Agri-PV: Nicht börsennotierte Sachwerte wie Solarparks weisen historisch eine deutlich geringere Volatilität auf als Aktien

Was bedeutet Volatilität konkret?

Der Begriff Volatilität leitet sich vom lateinischen volatilis (flüchtig, beweglich) ab und beschreibt in der Finanzwirtschaft die Schwankungsbreite eines Marktes, einer Anlageklasse oder eines einzelnen Wertpapiers. Statistisch wird die Volatilität in aller Regel als Standardabweichung der Renditen gemessen: Sie gibt an, wie stark die einzelnen Renditen innerhalb eines bestimmten Zeitraums im Durchschnitt um ihren Mittelwert streuen. Je größer diese Streuung, desto höher die Volatilität und desto unsicherer ist die künftige Wertentwicklung.

In der Praxis wird die Volatilität meist annualisiert, also auf ein Jahr hochgerechnet, und in Prozent angegeben. Eine Aktie mit einer Jahresvolatilität von 25 Prozent schwankt demnach im statistischen Mittel deutlich stärker als eine Anlage mit 5 Prozent. Wichtig ist dabei das Verständnis, dass Volatilität ein symmetrisches Maß ist: Sie erfasst Abweichungen nach oben (Gewinnchancen) ebenso wie nach unten (Verlustrisiken). Wenn an den Märkten von hohem Risiko die Rede ist, sind damit meist genau diese hohen Schwankungen gemeint.

Volatilität ist die gebräuchlichste, aber kein perfektes Risikomaß. Sie sagt etwas über die Stärke der Schwankungen aus, jedoch nichts über deren Ursache oder über das tatsächliche Risiko eines dauerhaften Kapitalverlusts.

Wie wird Volatilität berechnet?

Die Ermittlung der historischen Volatilität folgt einem klar definierten statistischen Verfahren. Vereinfacht dargestellt sind dafür folgende Schritte erforderlich:

  1. Renditen ermitteln: Aus den Kursen oder Werten einer Anlage werden die periodischen Renditen berechnet, häufig auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis
  2. Mittelwert bilden: Es wird der Durchschnitt dieser Renditen über den Betrachtungszeitraum ermittelt
  3. Varianz berechnen: Die durchschnittliche quadratische Abweichung der einzelnen Renditen vom Mittelwert ergibt die Varianz
  4. Standardabweichung ziehen: Die Wurzel aus der Varianz ergibt die Standardabweichung – das eigentliche Volatilitätsmaß
  5. Annualisieren: Die Standardabweichung wird mit der Wurzel aus der Anzahl der Perioden pro Jahr multipliziert, um eine Jahresvolatilität zu erhalten

Unterschieden wird zudem zwischen der historischen Volatilität, die aus tatsächlich beobachteten Vergangenheitsdaten errechnet wird, und der impliziten Volatilität, die aus Optionspreisen abgeleitet wird und die vom Markt erwartete künftige Schwankungsbreite widerspiegelt. Für Direktinvestments in Sachwerte ist vor allem die historische, realisierte Volatilität der jeweiligen Anlageklasse relevant.

Warum ist Volatilität für Investoren so wichtig?

Volatilität ist eine der zentralen Kennzahlen der modernen Portfoliotheorie, die maßgeblich auf Harry Markowitz zurückgeht. In diesem Rahmen dient die Standardabweichung als primäres Risikomaß, um Anlagen mit unterschiedlichem Risiko-Rendite-Profil vergleichbar zu machen. Daraus ergeben sich mehrere praktische Bedeutungen:

  • Risiko-Rendite-Verhältnis: An den Kapitalmärkten gilt der Grundsatz, dass höhere Renditechancen in der Regel mit höherer Volatilität einhergehen. Anleger erhalten gewissermaßen eine Risikoprämie dafür, dass sie stärkere Schwankungen tragen.
  • Vergleichbarkeit: Über die Volatilität lassen sich Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Immobilien und Infrastruktur hinsichtlich ihres Schwankungsrisikos einordnen.
  • Diversifikation: Durch die Kombination von Anlagen mit geringer Korrelation lässt sich die Gesamtvolatilität eines Portfolios senken, ohne die erwartete Rendite im gleichen Maße zu reduzieren.
  • Planbarkeit: Niedrige Volatilität bedeutet stetigere, besser kalkulierbare Erträge – ein Aspekt, der für viele konservative Investoren und für den langfristigen Vermögensaufbau entscheidend ist.

Wie ist die Volatilität von Agri-PV einzuordnen?

Direktinvestments in Agri-Photovoltaik zählen zu den nicht börsennotierten Sachwertinvestments und unterscheiden sich in ihrem Volatilitätsprofil grundlegend von Aktien. Während Aktienindizes wie der DAX langfristig Jahresvolatilitäten im Bereich von rund 20 Prozent und mehr aufweisen, sind die Wertschwankungen von Solarparks als realer Infrastruktur deutlich geringer. Mehrere Gründe sprechen für diese vergleichsweise niedrige Volatilität:

  • Regulierter Erlösrahmen: Ein Teil der Erlöse ist über die gesetzliche Einspeisevergütung oder die Marktprämie langfristig abgesichert und damit weitgehend planbar.
  • Reale Cashflows: Die Erträge stammen aus dem tatsächlichen Stromverkauf und nicht aus täglich gehandelten Kursen, wodurch die kurzfristige Schwankungsbreite gering ausfällt.
  • Geringe Korrelation: Infrastruktur-Investments weisen historisch eine niedrige Korrelation zu Aktienmärkten auf, was sie als Beimischung zur Portfoliodiversifikation attraktiv macht.
  • Inflationsbezug: Energieinfrastruktur kann tendenziell einen gewissen Schutz gegen Geldentwertung bieten, da Strompreise und Erlöse mittelfristig mit dem allgemeinen Preisniveau verknüpft sind.

Wichtig ist jedoch die Abgrenzung: Eine geringe Volatilität bedeutet nicht, dass ein Investment risikofrei ist. Bei Direktinvestments treten andere Risiken in den Vordergrund, etwa technische Risiken, Ausfallrisiken einzelner Komponenten, regulatorische Änderungen, Vermarktungsrisiken am Strommarkt sowie die eingeschränkte Handelbarkeit (Illiquidität). Letztere ist sogar ein wesentlicher Grund für die niedrig erscheinende Volatilität, da es schlicht keine täglichen Marktpreise gibt, die schwanken könnten.

Die niedrige Volatilität von Sachwerten ist teils Ausdruck echter Stabilität, teils Folge fehlender börsentäglicher Bewertung. Beide Aspekte sollten bei der Anlageentscheidung bewusst berücksichtigt werden.

Volatilität ist nicht gleich Gesamtrisiko

So nützlich die Volatilität als Kennzahl ist, sie hat klare Grenzen. Sie unterstellt häufig eine symmetrische Verteilung der Renditen und behandelt Aufwärts- und Abwärtsschwankungen gleich, obwohl Investoren vor allem Verluste fürchten. Zudem erfasst sie weder das Risiko eines Totalausfalls noch seltene Extremereignisse zuverlässig. Für eine fundierte Risikobeurteilung sollten daher weitere Kennzahlen und Faktoren herangezogen werden, etwa der maximale Verlust (Maximum Drawdown), die Korrelation zu anderen Anlagen, die Liquidität sowie die spezifischen operativen Risiken eines Projekts.

Wichtig: Die hier dargestellten Volatilitätsniveaus und Vergleiche sind allgemeine, vereinfachte Einordnungen und stellen keine individuelle Anlageberatung dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf künftige Renditen zu. Welche Rolle Volatilität und Risikostreuung im individuellen Portfolio spielen sollten, hängt von der persönlichen Situation, dem Anlagehorizont und der Risikotragfähigkeit ab und sollte mit einer fachkundigen Beratung geklärt werden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Ab welcher Volatilität gilt eine Anlage als riskant?

Es gibt keine feste Grenze, ab der eine Anlage als riskant gilt – Volatilität ist immer relativ zur Anlageklasse zu betrachten. Als grobe Orientierung weisen Geldmarktanlagen Volatilitäten nahe null auf, Anleihen häufig im niedrigen einstelligen Prozentbereich und breite Aktienindizes langfristig oft rund 15 bis 20 Prozent oder mehr. Entscheidend ist nicht der absolute Wert, sondern wie die Volatilität zur erwarteten Rendite und zur eigenen Risikotragfähigkeit passt.

Was ist der Unterschied zwischen historischer und impliziter Volatilität?

Die historische Volatilität wird aus tatsächlich beobachteten Kurs- oder Wertdaten der Vergangenheit berechnet und beschreibt, wie stark eine Anlage bereits geschwankt hat. Die implizite Volatilität wird hingegen aus aktuellen Optionspreisen abgeleitet und gibt die vom Markt erwartete künftige Schwankungsbreite wieder. Für nicht börsennotierte Sachwerte wie Agri-PV ist in erster Linie die historische, realisierte Volatilität der Anlageklasse relevant.

Warum erscheinen Sachwerte wie Solarparks oft weniger volatil als Aktien?

Ein wesentlicher Grund ist die fehlende börsentägliche Bewertung: Da es für ein Direktinvestment keine ständig gehandelten Marktpreise gibt, werden kurzfristige Schwankungen statistisch nicht sichtbar. Hinzu kommen real planbare Cashflows aus dem Stromverkauf und teilweise regulierte Erlöse, die für stetige Erträge sorgen. Diese geringe gemessene Volatilität darf jedoch nicht mit Risikofreiheit verwechselt werden, da andere Risiken wie Illiquidität und operative Risiken bestehen bleiben.

Wie lässt sich die Volatilität eines Portfolios senken?

Die Gesamtvolatilität eines Portfolios lässt sich vor allem durch Diversifikation reduzieren, also durch die Kombination von Anlagen, die möglichst gering miteinander korrelieren. Ergänzt man ein klassisches Aktien-Anleihen-Portfolio beispielsweise um Anlageklassen mit niedriger Korrelation wie Infrastruktur, kann sich das Risiko-Rendite-Profil historisch verbessern. Ein längerer Anlagehorizont kann zudem helfen, kurzfristige Schwankungen besser auszugleichen.

Bedeutet eine niedrige Volatilität automatisch eine sichere Anlage?

Nein. Eine niedrige Volatilität sagt nur etwas über die Schwankungsbreite aus, nicht über die Wahrscheinlichkeit oder Höhe eines dauerhaften Kapitalverlusts. Gerade bei nicht börsennotierten Investments kann eine niedrig gemessene Volatilität auch schlicht Folge der fehlenden täglichen Bewertung sein. Eine vollständige Risikobeurteilung sollte daher weitere Faktoren wie Liquidität, Ausfallrisiken und regulatorische Risiken einbeziehen und im Einzelfall fachkundig begleitet werden.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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