Landwirtschaft & Kulturen
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Agroforst und Agri-PV: Mehrfachnutzung kombinieren

Agroforst und Agri-PV bezeichnen die Kombination zweier mehrfachnutzender Landnutzungssysteme: Gehölzstreifen oder Baumreihen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen (Agroforst) und gleichzeitige Stromerzeugung durch Photovoltaik (Agri-PV). Beide Ansätze stärken Klimaanpassung, Bodenschutz und Biodiversität – und können auf derselben Fläche oder parallel im Betrieb umgesetzt werden. Seit 2023 sind beide Systeme in der GAP als landwirtschaftliche Flächennutzung anerkannt.

May 24, 2026

Inhaltsverzeichnis

Agroforst und Agri-PV auf den Punkt gebracht

  • Doppelte Mehrfachnutzung: Beide Systeme verbinden landwirtschaftliche Produktion mit zusätzlichen Funktionen – Holz/Biomasse bzw. Solarstrom
  • Gemeinsame Stoßrichtung: Klimaanpassung, Humusaufbau, Erosionsschutz, Biodiversität
  • Förderung: Agroforst über Öko-Regelung 3 mit 600 €/ha Gehölzfläche (ab 2026), Agri-PV über das EEG
  • Status erhalten: Beide Nutzungen lassen den landwirtschaftlichen Flächenstatus und damit die GAP-Förderfähigkeit unangetastet

Was bedeuten Agroforst und Agri-PV?

Unter Agroforst versteht man die gezielte Kombination von Gehölzen – Bäumen oder Sträuchern – mit landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche. Die Gehölze werden meist in Reihen oder Streifen angeordnet, zwischen denen Ackerbau, Grünlandnutzung oder Tierhaltung stattfindet. Seit 2023 ist Agroforst in § 4 der GAP-Direktzahlungen-Verordnung als landwirtschaftliche Flächennutzung definiert; der Ackerstatus bleibt damit erhalten.

Die Agri-Photovoltaik verfolgt ein vergleichbares Prinzip: Über der landwirtschaftlich bewirtschafteten Fläche werden Solarmodule installiert, sodass Doppelnutzung möglich ist. Auch hier bleibt der Ackerstatus bei DIN-SPEC-konformer Ausführung erhalten, und die GAP-Förderfähigkeit wird nicht angetastet.

Die Kombination beider Systeme – also Agroforst und Agri-PV im selben Betrieb oder sogar auf der gleichen Fläche – wird in Forschung und Praxis zunehmend als integriertes Konzept verstanden: multifunktionale Agrarlandschaft, die Lebensmittelproduktion, Energieerzeugung, Kohlenstoffspeicherung und ökologische Funktionen verbindet.

Agroforst und Agri-PV sind keine konkurrierenden, sondern komplementäre Systeme. Beide adressieren dieselben Herausforderungen – Klimawandel, Flächenkonkurrenz, Biodiversitätsverlust – mit unterschiedlichen Werkzeugen.

Welche Synergien entstehen zwischen Agroforst und Agri-PV?

Mikroklima und Wasserhaushalt

Beide Systeme verändern das Kleinklima der Fläche in vergleichbarer Weise: Gehölzstreifen reduzieren die Windgeschwindigkeit, beschatten den Boden und verringern die Verdunstung. Solarmodule erzeugen eine ähnliche Teilverschattung und schützen vor direkter Mittagssonne. Werden beide kombiniert, ergänzen sich die Effekte: Gehölze speichern Wasser tief im Boden, Module reduzieren die oberflächliche Verdunstung. Das Ergebnis ist ein deutlich stabilisiertes Wachstumsumfeld, das Trockenstress und Hitzestress für Kulturen und Weidetiere abmildert.

Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung

Agroforstsysteme binden über Wurzeln, Laubstreu und Holzbiomasse erhebliche Mengen Kohlenstoff – sowohl oberirdisch als auch im Boden. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fördert im Forschungsprojekt HUMAX (2023–2029) gezielt die Erforschung dieser Synergien zwischen Agroforst- und Agri-PV-Systemen. Untersucht wird, wie sich die partielle Beschattung durch Module auf den Bodenkohlenstoffgehalt auswirkt – und wie sich beide Systeme mit humusaufbauenden Maßnahmen wie Zwischenfrüchten, Pflanzenkohle oder Kompostgaben kombinieren lassen.

Biodiversität und Strukturvielfalt

Agroforstgehölze schaffen Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere – besonders in ausgeräumten Agrarlandschaften. Agri-PV-Anlagen ergänzen diese Funktion durch Biodiversitätsstreifen unter und zwischen den Modulreihen. Die Kombination ergibt ein Mosaik aus unterschiedlich genutzten Flächenelementen – ein Vorteil, der in homogenen Monokulturen verloren geht.

Erosionsschutz

Sowohl Baumreihen als auch Modulreihen reduzieren Wind- und Wassererosion. Bei kombinierter Anlage entstehen mehrfach gestaffelte Windbarrieren, die besonders auf erosionsgefährdeten Standorten – etwa in Sandbörden oder Hanglagen – wirksamen Erosionsschutz bieten.

Wie sehen Förderung und Rechtsrahmen 2026 aus?

Agroforst ist seit 2023 in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) als landwirtschaftliche Flächennutzung anerkannt. Über die Öko-Regelung 3 (ÖR 3) erhalten Betriebe für die Bewirtschaftung agroforstlich genutzter Flächen eine flächenbezogene Prämie. Diese wurde von der Agrarministerkonferenz im März 2025 von 200 Euro auf 600 Euro pro Hektar Gehölzfläche verdreifacht und gilt in dieser Höhe ab 2026. Voraussetzungen sind unter anderem ein Gehölzflächenanteil zwischen 2 und 35 Prozent sowie streifenförmige Anordnung.

Agri-PV wird demgegenüber nicht über die GAP, sondern über das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert. Beide Förderlogiken lassen sich grundsätzlich kombinieren: Auf einer Agri-PV-Fläche können Gehölzstreifen entlang der Modulreihen als Agroforstelemente angelegt werden, sofern die Anforderungen der ÖR 3 eingehalten werden. Die Detailfrage, ob in diesem Fall beide Förderungen parallel beansprucht werden können, hängt vom konkreten Flächenzuschnitt ab und sollte mit der zuständigen Landwirtschaftsbehörde geklärt werden.

Mit der GAP-Reform 2025 wurde die bürokratische Hürde für Agroforst spürbar gesenkt: Nutzungskonzepte müssen nicht mehr eingereicht oder geprüft werden – die formale Anlage eines Agroforstsystems ist damit erheblich einfacher geworden.

Welche Kombinationsmodelle gibt es in der Praxis?

Agroforststreifen entlang von Modulreihen

Zwischen oder am Rand von Modulreihen werden Baum- oder Strauchreihen integriert. Sie ergänzen die Bodenbewirtschaftung ökologisch, dienen als Habitat und Sichtschutz und können langfristig Wertholz oder Energiebiomasse liefern.

Räumlich getrennte Kombination im selben Betrieb

Häufig liegen Agroforst- und Agri-PV-Flächen nicht auf derselben Parzelle, sondern auf verschiedenen Schlägen eines Betriebs. So lassen sich die Vorteile beider Systeme nutzen, ohne dass sich Beschattungseffekte überlagern. Diese Variante ist planungstechnisch am einfachsten umzusetzen.

Streuobst und vertikale Agri-PV

Streuobstwiesen als traditionelle Form des Agroforsts lassen sich mit vertikalen Agri-PV-Systemen sinnvoll kombinieren. Die Module stehen senkrecht zwischen Baumreihen, beschatten die Fläche dazwischen minimal und ermöglichen die Pflege wie bei klassischen Streuobstbeständen. Diese Konstellation eignet sich besonders für die Kulturverträglichkeit von lichtbedürftigen Dauerkulturen.

Welche Herausforderungen sind zu beachten?

Die Kombination beider Systeme ist nicht trivial. Folgende Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

  • Lichtkonkurrenz: Die Summe der Beschattung aus Bäumen und Modulen darf den Lichtbedarf der Kulturen nicht unterschreiten
  • Maschinengängigkeit: Reihenabstände müssen so geplant werden, dass Pflege und Ernte sowohl der Gehölze als auch der Hauptkultur möglich bleiben
  • Wurzelraum: Fundamente von Agri-PV-Anlagen und Baumwurzeln dürfen sich nicht behindern – relevant vor allem bei Schraubfundamenten in Baumnähe
  • Langfristigkeit: Bäume brauchen Jahrzehnte, um ihren ökologischen und ökonomischen Wert zu entfalten – Vertragslaufzeiten für Agri-PV sollten dies berücksichtigen
  • Genehmigung: Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Vorgaben zu Pflanzabständen, Baumarten und Mindestbreiten der Gehölzstreifen

Warum sind beide Systeme zusammen mehr als die Summe ihrer Teile?

Die Klimaanpassung der Landwirtschaft erfordert vielschichtige Antworten. Weder Agroforst noch Agri-PV allein können den steigenden Anforderungen an Klimaschutz, Biodiversität und Wirtschaftlichkeit gerecht werden. In Kombination entsteht jedoch ein landwirtschaftliches System, das resilient gegen Wetterextreme ist, zusätzliche Einkommensquellen erschließt und gleichzeitig zu den Klimazielen beiträgt.

Für Landwirte bedeutet das: Wer Flächen sowohl für Photovoltaik verpachtet als auch in Teilen agroforstlich bewirtschaftet, diversifiziert sein Einkommen, erschließt zusätzliche Fördermittel und stärkt langfristig die Bodenqualität. Wissenschaftliche Begleitprojekte wie HUMAX werden in den kommenden Jahren konkrete Daten liefern, welche Kombinationen unter welchen Standortbedingungen am wirtschaftlichsten sind.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Kann ich auf einer Agri-PV-Fläche zusätzlich Agroforstprämien beantragen?

Grundsätzlich können entlang von Modulreihen Agroforststreifen angelegt werden, die unter die Öko-Regelung 3 fallen. Ob eine doppelte Förderung im konkreten Fall greift, hängt vom Flächenzuschnitt und der Anerkennung durch die jeweilige Landesbehörde ab. Die Klärung sollte vor Anlage des Systems mit der zuständigen Landwirtschaftsbehörde erfolgen.

Wie hoch ist die Agroforst-Förderung ab 2026?

Die Öko-Regelung 3 wurde auf 600 Euro pro Hektar Gehölzfläche und Jahr verdreifacht und gilt in dieser Höhe ab dem Antragsjahr 2026. Voraussetzung ist unter anderem ein Gehölzflächenanteil zwischen 2 und 35 Prozent sowie streifenförmige Anordnung. Detailregelungen finden sich in der GAP-Direktzahlungen-Verordnung.

Beeinträchtigen die Wurzeln von Agroforstgehölzen die Photovoltaik-Anlage?

Bei sachgerechter Planung in der Regel nicht. Entscheidend sind ausreichende Pflanzabstände zu Fundamenten und Kabeltrassen sowie die Wahl von Baumarten mit kontrolliertem Wurzelwachstum. Schraubfundamente reagieren empfindlicher auf Wurzeldruck als Rammprofile; eine geotechnische Vorplanung ist deshalb sinnvoll.

Was ist das HUMAX-Projekt?

HUMAX ist ein vom Bundesprogramm Humus gefördertes Forschungsvorhaben (2023–2029) der Universität Freiburg. Es untersucht systematisch, wie sich Humusaufbau und Kohlenstoffspeicherung in Agroforst- und Agri-PV-Systemen optimieren lassen. Ziel ist ein modulares Planungssystem, mit dem Landwirte die für ihren Betrieb optimale Kombination zusammenstellen können.

Welche Baumarten eignen sich besonders gut für die Kombination mit Agri-PV?

Bewährt haben sich schmalkronige, schnellwachsende Arten wie Pappel oder Weide für die Energieholznutzung sowie Wertholzarten wie Walnuss, Esskastanie oder Wildobst. Bei Agri-PV-Kombinationen sind Wuchshöhe und Lichtdurchlässigkeit entscheidend. Eine standortgerechte Auswahl unter Berücksichtigung der vorgesehenen Modulhöhe ist Voraussetzung für ein funktionierendes Gesamtsystem.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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