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Was sind Biodiversitätsstreifen in der Agri-PV?

Biodiversitätsstreifen sind gezielt ökologisch gestaltete Flächenabschnitte unter und zwischen den Modulreihen einer Agri-PV-Anlage. Sie dienen als Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger, fördern die Artenvielfalt und stabilisieren das Mikroklima auf der Fläche. In der Praxis machen Biodiversitätsstreifen typischerweise rund 8 % einer Agri-PV-Fläche aus und sind ein zentraler Baustein für ökologische Aufwertung und gesellschaftliche Akzeptanz.

April 28, 2026

Inhaltsverzeichnis

Biodiversitätsstreifen auf den Punkt gebracht

  • Ökologischer Mehrwert: Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger zwischen und unter den Modulreihen
  • Flächenanteil: Typischerweise rund 8 % einer Agri-PV-Anlage werden als Biodiversitätsstreifen gestaltet
  • Multifunktional: Verbessern Bodenfruchtbarkeit, fördern Nützlinge, schützen vor Erosion und stabilisieren das Mikroklima
  • Planungsbestandteil: Werden bereits im Anlagendesign berücksichtigt und sind Teil ökologischer Mindeststandards nach DIN SPEC 91434

Was sind Biodiversitätsstreifen?

Biodiversitätsstreifen sind gezielt naturnah gestaltete Flächenabschnitte innerhalb einer Agri-PV-Anlage. Sie liegen unter den Modulreihen oder verlaufen als Streifen zwischen den bewirtschafteten Bahnen und werden mit standortgerechten Saatmischungen, Blühpflanzen oder extensivem Grünland angelegt. Anders als auf intensiv bewirtschafteten Ackerflächen wachsen hier dauerhaft strukturreiche Pflanzengesellschaften, die Insekten Nahrung und Brutstätten bieten.

Im typischen Layout einer Agri-PV-Anlage entfallen rund 90 % der Fläche auf die landwirtschaftliche Nutzung, etwa 8 % auf Biodiversitätsstreifen und nur etwa 2 % auf die Modulaufständerung selbst. Damit wird die Fläche nicht nur energetisch und landwirtschaftlich, sondern auch ökologisch aufgewertet.

Biodiversitätsstreifen sind kein Nebeneffekt einer Agri-PV-Anlage, sondern ein bewusst geplantes Gestaltungselement – mit messbarem Nutzen für Natur, Boden und Akzeptanz.

Welche Funktionen erfüllen Biodiversitätsstreifen?

Förderung der Artenvielfalt

Biodiversitätsstreifen schaffen Lebensraum für zahlreiche Arten, die in modernen Agrarlandschaften zunehmend verschwinden. Eine Studie des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE) zeigt, dass der Artenreichtum auf Solarparkflächen mit naturnaher Gestaltung höher sein kann als auf konventionell genutzten Ackerflächen. Wildbienen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Laufkäfer profitieren ebenso wie Bodenbrüter und Kleinsäuger.

Stabilisierung des Mikroklimas

Die durchgängige Vegetation reduziert Wind und mildert Temperaturextreme. Im Zusammenspiel mit dem Mikroklima unter den Modulen entstehen Mikrohabitate mit ausgeglicheneren Bedingungen, die wiederum die Bodenfeuchte stabilisieren. Davon profitieren nicht nur die ökologischen Streifen selbst, sondern auch die angrenzenden bewirtschafteten Flächen.

Nützlingsförderung und Pflanzenschutz

Blühstreifen entlang der Modulreihen ziehen Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen und Schlupfwespen an, die natürliche Gegenspieler vieler Schädlinge sind. Damit reduzieren Biodiversitätsstreifen den Schädlingsdruck auf den bewirtschafteten Bahnen – ein direkter agronomischer Mehrwert für den Landwirt.

Bodenschutz und Humusaufbau

Die dauerhafte Bodendeckung in Biodiversitätsstreifen verhindert Wind- und Wassererosion. Die durchgehende Durchwurzelung fördert Humusbildung und Kohlenstoffbindung. Damit ergänzen sie die Erosionsschutz-Funktion der Modulreihen, die ebenfalls Wind und Niederschlagsabfluss bremsen.

Wie werden Biodiversitätsstreifen gestaltet?

Standortgerechte Saatmischungen

Die Auswahl der Saatmischung ist entscheidend für den ökologischen Erfolg. Empfohlen werden regionale, mehrjährige Wildblumenmischungen mit hohem Anteil heimischer Arten. Geeignete Pflanzen sind unter anderem Wiesensalbei, Wilde Möhre, Klatschmohn, Kornblume, Schafgarbe und verschiedene Kleearten. Wichtig ist eine gestaffelte Blühphase: Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten sorgen dafür, dass Insekten von Frühjahr bis Herbst durchgehend Nahrung finden.

Strukturvielfalt schaffen

Erfolgreiche Biodiversitätsstreifen kombinieren verschiedene Strukturelemente:

  • Blühflächen als Nahrungsquelle für bestäubende Insekten
  • Altgrasstreifen, die nicht jährlich gemäht werden und Insekten als Überwinterungsraum dienen
  • Offenboden- oder Sandlinsen als Nistplätze für bodenbrütende Wildbienen
  • Kleine Wasserflächen oder Tränken, wo standörtlich möglich
  • Hecken oder Einzelgehölze als Pufferzonen und Vogellebensraum

Pflege und Bewirtschaftung

Biodiversitätsstreifen sind extensiv zu pflegen, aber nicht sich selbst zu überlassen. Üblich sind ein bis zwei Mahdgänge pro Jahr, idealerweise gestaffelt, sodass nicht alle Flächen gleichzeitig gemäht werden. Auf Pflanzenschutzmittel und mineralische Düngung wird vollständig verzichtet. Bei Weidehaltung unter Agri-PV kann eine extensive Beweidung Teil des Pflegekonzepts sein.

Welche Rolle spielen Biodiversitätsstreifen für Genehmigung und Förderung?

DIN SPEC 91434

Die DIN SPEC 91434 nennt zwar keinen festen Mindestanteil für Biodiversitätsstreifen, fordert aber eine langfristige ökologische Begleitung der Flächen. Biodiversitätsstreifen sind ein wesentliches Instrument, um diese Anforderung in der Praxis umzusetzen.

Naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen

Im Rahmen des Bauleitverfahrens werden ökologische Ausgleichsmaßnahmen festgelegt. Biodiversitätsstreifen können als Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen anerkannt werden und reduzieren so den Bedarf an externen Ausgleichsflächen. Einige Bundesländer arbeiten zudem mit Ökopunktemodellen, bei denen die ökologische Aufwertung honoriert wird.

GAP-Förderfähigkeit

Biodiversitätsstreifen können als ökologische Vorrangflächen im Rahmen der GAP-Förderfähigkeit anerkannt werden, sofern sie die Anforderungen an Mindestbreite und Pflege erfüllen. Damit erfüllen sie zwei Funktionen gleichzeitig: ökologische Aufwertung und Erfüllung von Konditionalitätsanforderungen der Agrarförderung.

Wer Biodiversitätsstreifen frühzeitig in die Anlagenplanung einbezieht, schafft ökologischen Mehrwert, erleichtert die Genehmigung und stärkt die lokale Akzeptanz – ohne die landwirtschaftliche Nutzfläche relevant zu verkleinern.

Biodiversitätsstreifen und Akzeptanz vor Ort

Neben dem ökologischen Nutzen haben Biodiversitätsstreifen eine wichtige kommunikative Dimension. Sie machen sichtbar, dass eine Agri-PV-Anlage mehr ist als eine technische Stromerzeugungsanlage – sie wertet die Fläche aktiv ökologisch auf. In der kommunalen Beteiligung und im Dialog mit Anwohnern, Naturschutzverbänden und Landwirten sind Biodiversitätsstreifen ein konkretes Argument für den Mehrwert eines Projekts.

Studien aus Pilotprojekten wie der APV-RESOLA-Forschung des Fraunhofer ISE belegen, dass naturschutzfachlich gut gestaltete Solarflächen einen positiven Effekt auf das Landschaftsbild haben können – wenn die Streifen sichtbar mitgeplant und kommuniziert werden.

Verbindung zu anderen Wirkfeldern

Biodiversitätsstreifen wirken nicht isoliert, sondern verstärken zahlreiche andere Vorteile einer Agri-PV-Anlage:

  • Mit der Teilverschattung: Die Module bremsen Wind und Verdunstung, die Streifen halten Bodenfeuchte und Vegetation
  • Mit der Bodenbewirtschaftung: Reduzierter Schädlingsdruck und Humusaufbau verbessern die landwirtschaftliche Produktivität
  • Mit dem Naturschutz: Erfüllung von Ausgleichsanforderungen und Beitrag zum regionalen Biotopverbund
  • Mit dem Anlagenrückbau: Naturnah gestaltete Flächen lassen sich nach Ende der Vertragslaufzeit besonders gut in den ursprünglichen Zustand zurückführen oder als ökologisch wertvolle Flächen erhalten

Damit sind Biodiversitätsstreifen ein zentraler Baustein des multifunktionalen Flächenkonzepts, das Agri-PV von herkömmlicher Süd-ausgerichteter Freiflächen-PV unterscheidet: Energieerzeugung, Landwirtschaft und Naturschutz finden auf derselben Fläche statt – und verstärken sich gegenseitig.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Wie groß sind Biodiversitätsstreifen typischerweise?

Biodiversitätsstreifen machen in einer typischen Agri-PV-Anlage rund 8 % der Gesamtfläche aus. Die Breite einzelner Streifen variiert je nach Anlagendesign zwischen 1 und 5 Metern. Die genaue Dimensionierung wird in der Planungsphase festgelegt und an die landwirtschaftliche Nutzung sowie naturschutzfachliche Anforderungen angepasst.

Müssen Landwirte Biodiversitätsstreifen selbst pflegen?

Die Pflege wird in der Regel vertraglich geregelt. Häufig übernimmt der Anlagenbetreiber die Pflege der Biodiversitätsstreifen oder beauftragt spezialisierte Dienstleister. In manchen Modellen werden Landwirte mit der extensiven Pflege betraut und dafür gesondert vergütet. Wichtig ist, dass Pflegeintervalle und Vorgaben klar dokumentiert sind.

Kann ein Biodiversitätsstreifen den landwirtschaftlichen Ertrag erhöhen?

Indirekt ja. Die Streifen ziehen Nützlinge wie Schwebfliegen und Schlupfwespen an, die natürliche Gegenspieler vieler Schädlinge sind. Außerdem verbessern sie das Mikroklima und die Bodenfruchtbarkeit angrenzender Bahnen. Ein direkter Ertragsanstieg ist nicht garantiert, in mehreren Studien aber dokumentiert.

Welche Pflanzen sind für Biodiversitätsstreifen besonders geeignet?

Empfohlen werden mehrjährige, regionale Wildblumenmischungen mit gestaffelter Blühphase. Häufige Arten sind Wiesensalbei, Klatschmohn, Schafgarbe, Wilde Möhre, Hornklee und Margerite. Für Trockenstandorte eignen sich andere Mischungen als für feuchte Lagen – die Saatmischung sollte immer standortgerecht ausgewählt werden.

Werden Biodiversitätsstreifen als ökologische Ausgleichsmaßnahme anerkannt?

Ja, Biodiversitätsstreifen können im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung als Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen anerkannt werden. Die genauen Anforderungen variieren je nach Bundesland. Einige Länder bieten zusätzlich Ökopunktemodelle, bei denen die ökologische Aufwertung dokumentiert und honoriert wird.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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