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Agri-PV von Feldwerke gemeinsam mit dem BBV: Praxisvorträge, Partnerschaft und was Landwirte wirklich wissen wollen

Agri-PV von Feldwerke gemeinsam mit dem BBV: Praxisvorträge, Partnerschaft und was Landwirte wirklich wissen wollen

In den letzten Monaten durften wir mehrere Vorträge bei und mit BBV-Verbänden halten – unter anderem in Altötting, Coburg, Cham, Abensberg, Günzburg, Schwaben, Regensburg-Schwandorf, Oberfranken, Landshut und Dingolfing-Landau. Überall war der Kern derselbe: Agri-PV als „Doppelnutzung“ aus Landwirtschaft und Energie – aber immer mit dem Blick auf das, was den BBV in der Fläche ausmacht: Praxis, Generationendenken, Flächenverantwortung und eine gesunde Skepsis gegenüber Konzepten, die am Schreibtisch gut aussehen, aber im Betrieb nicht funktionieren.

Dieser Beitrag fasst die Inhalte unserer BBV-Vorträge kompakt zusammen – und ordnet sie so ein, wie wir sie auch vor Ort diskutieren: Was bringt Agri-PV dem Betrieb? Welche Systeme funktionieren? Wie läuft ein Projekt wirklich ab? Und wie werden die typischen Risiken sauber geregelt?

1) Warum Agri-PV gerade jetzt so viel Rückenwind hat – und warum der BBV dabei eine Schlüsselrolle spielt

Agri-PV wird nicht deshalb relevant, weil „PV auf Feldern“ ein Trend ist, sondern weil sie ein echtes Dilemma entschärft: Energiewende ja – aber nicht auf Kosten der Landwirtschaft. Agri-PV setzt genau hier an: Landwirtschaft bleibt Hauptnutzung, Strom kommt als zweite Ernte hinzu.

In unseren Vorträgen zeigen wir immer wieder drei praktische Vorteile, die in der BBV-Diskussion besonders zählen:

  • Sehr geringer Flächenverlust: Der überwiegende Teil der Fläche bleibt bewirtschaftbar (typischerweise im Bereich von ~90% landwirtschaftlicher Nutzung, je nach Layout).
  • Planbare Zusatzeinnahmen als Stabilisierung gegen volatile Märkte (Getreidepreise, Wetterrisiken).
  • Biodiversität und Bodenschutz als „Mitnahmeeffekt“, wenn man das System richtig plant (z. B. Blüh-/Biodiversitätsstreifen als Puffer und Aufwertung).

Und genau hier kommt der BBV-Charakter ins Spiel: In den Veranstaltungen geht es um die Frage: „Was bedeutet das für meinen Schlag, meine Maschinen, meine Fruchtfolge – und für die Hofnachfolge?“

2) Feldwerke-Agri-PV in der Praxis: Warum wir häufig auf Tracker setzen – und was das für den Betrieb bedeutet

In den BBV-Vorträgen vergleichen wir verschiedene Agri-PV-Ansätze sehr klar nach einem Kriterium: landwirtschaftliche Bearbeitbarkeit. In vielen Fällen haben sich einachsige, nachgeführte Systeme (Tracker) als besonders praxistauglich erwiesen – weil sie Bewirtschaftung ermöglichen und gleichzeitig energiewirtschaftlich stark sind.

Typische Layout-Bausteine, die wir in den Vorträgen erklären:

  • Achshöhen in einem Bereich, der die landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht (je nach Nutzung und Betriebskonzept).
  • Reihenabstände / Bearbeitungsbreiten, die auf gängige Maschinenlogik ausgelegt werden (inkl. Pufferstreifen).
  • Biodiversitätsstreifen unter/entlang der Reihen als ökologische Aufwertung und als „Puffer“ in der Bewirtschaftung.

Ein Punkt, der in BBV-Runden regelmäßig sehr gut ankommt: Agri-PV heißt nicht „Hoch-Gestell-Sonderkultur“. Acker und Grünland sind praxistauglich machbar – wenn die Planung konsequent vom Betrieb her gedacht ist.

3) Speicher als nächster Schritt: Warum „Agri-PV + Batteriespeicher“ an Bedeutung gewinnt

Ein wiederkehrendes Thema in den Vorträgen ist die Netzentwicklung: mehr Negativpreisstunden, mehr Abregelungen, höhere Anforderungen an netzdienliches Einspeisen. Deshalb diskutieren wir zunehmend Agri-PV in Kombination mit Batteriespeichern – weil Speicher helfen können, Erzeugung zu glätten und Strom zeitlich besser zu nutzen (z. B. Verschiebung aus der Mittagsspitze).

Für Landwirte ist dabei vor allem wichtig: Speicher sind kein „nice to have“, sondern können ein Baustein sein, um Projekte robuster zu machen – und damit am Ende auch pacht- und umsetzungsfähiger.

4) Zwei Wege in die Umsetzung: großflächig oder hofnah/privilegiert

In unseren BBV-Vorträgen strukturieren wir die Umsetzung immer entlang zweier Praxiswege:

A) Großflächige Agri-PV (typisch ab ~10 ha)

  • Realisierung über Bauleitplanverfahren mit Beteiligung der Gemeinde
  • Projektlaufzeiten in der Praxis häufig 12–24 Monate (stark standortabhängig)
  • Leistungsspanne je Hektar typischerweise im Bereich ~600–800 kWp/ha (system- und layoutabhängig)

B) Privilegierte & hofnahe Agri-PV (bis 2,5 ha)

  • Bauantrag statt Bauleitplanverfahren
  • Projektlaufzeiten häufig 9–12 Monate (bei guter Ausgangslage)
  • Leistungsspanne je Hektar häufig ~600–900 kWp/ha (system- und layoutabhängig)

Was wir in BBV-Runden sehr klar trennen: Baurecht und EEG-/Förderlogik sind nicht dasselbe. Für privilegierte Anlagen spielen u. a. BauGB §35-Kriterien (2,5 ha, räumlich-funktionaler Zusammenhang, eine Anlage je Hofstelle/Betriebsstandort) eine Rolle – während EEG-seitige Fragen (z. B. Vergütung/Mechaniken für das „erste MW“ in bestimmten Konstellationen) separat zu betrachten sind.

5) Die Fragen, die in BBV-Abenden immer kommen – und wie wir sie beantworten

BBV-Veranstaltungen sind selten „Frontalvortrag“. Sie sind Austausch – und oft auch ein Realitätscheck. Diese Fragen kommen praktisch immer:

„Was passiert bei Insolvenz?“

Agri-PV-Anlagen sind wirtschaftliche Assets; in der Praxis ist eine Übernahme wahrscheinlicher als ein „Liegenlassen“. Für den Eigentümer sind die entscheidenden Punkte vertraglich: Weiterführung oder geordnete Übernahme – und eine klare Rückbaupflicht.

„Wie ist der Rückbau wirklich abgesichert?“

Nicht über Versprechen, sondern über vertragliche Pflicht plus hinterlegte Sicherheit (Rückbaubürgschaft) und definierte Wiederherstellung der Fläche.

„Und wenn der Netzanschluss nicht klappt?“

Ohne gesicherten Netzanschluss wird nicht gebaut. Wichtig ist, dass in der Prüfphase keine Eingriffe passieren – und das Projekt bei negativem Ergebnis folgenlos endet.

„Was ist mit Hofnachfolge / Verkauf der Fläche?“

Ein sauberer Pachtvertrag ist personenunabhängig gedacht: Eigentumsübergang (Schenkung/Erbe/Verkauf) ist möglich, der Vertrag läuft geordnet weiter.

„GAP-Förderungen & Landwirtschaftlicher Status– was bleibt?“

Agri-PV ist darauf ausgelegt, Landwirtschaft als Hauptnutzung zu erhalten; entsprechend bleiben der landwirtschaftliche Status der Flächen und GAP-Förderungen erhalten.

„Dienstbarkeit und Bankeintritt – ist das gefährlich?“

Hier ist Transparenz entscheidend: Dienstbarkeiten sind typischerweise eine Finanzierungsgrundlage. Das Eintrittsrecht der Bank ist als Sicherungsmechanik für den geordneten Weiterbetrieb gedacht – nicht als „Zusatzrecht gegen den Eigentümer“.

6) Was wir aus den BBV-Terminen mitnehmen

Die spannendsten Momente entstehen immer in den Diskussionen: Welche Fruchtfolge ist realistisch? Wo liegen Drainagen? Welche Maschinenbreiten sind gesetzt? Welche Bedenken hat die Familie? Genau deshalb sind die BBV-Veranstaltungen für uns mehr als nur Vorträge: Sie sind ein Format, in dem Agri-PV an der landwirtschaftlichen Realität gemessen wird – und genau das macht die Partnerschaft so wertvoll.

Agri-PV ist dann gut, wenn sie „betriebsfest“ ist

Wenn man Agri-PV auf einen Satz herunterbrechen will, der auch in einer BBV-Runde trägt, dann ist es dieser:

Agri-PV funktioniert, wenn Landwirtschaft nicht mitläuft, sondern führt.

Die Technik, die Planung, die Genehmigungsstrategie und die Verträge müssen so gebaut sein, dass ein Betrieb damit über Jahrzehnte arbeiten kann – inklusive Generationenwechsel.

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