Wirtschaftlichkeit & Rendite
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Was ist die IRR (Internal Rate of Return)?

Die IRR (Internal Rate of Return), deutsch interner Zinsfuß, ist der Kalkulationszins, bei dem der Kapitalwert aller Zahlungsströme einer Investition genau null beträgt. Sie gibt die durchschnittliche jährliche Verzinsung des gebundenen Kapitals über die gesamte Laufzeit an und macht Investments mit unterschiedlicher Höhe und Laufzeit vergleichbar. Bei langlaufenden Agri-PV-Direktinvestments ist die IRR die zentrale Renditekennzahl, weil sie den zeitlichen Anfall von Stromerlösen und Steuereffekten korrekt gewichtet.

June 11, 2026

Inhaltsverzeichnis

IRR auf den Punkt gebracht

  • Definition: Der interne Zinsfuß (Internal Rate of Return) ist der Kalkulationszins, bei dem der Kapitalwert (Net Present Value) aller Zahlungsströme einer Investition exakt null beträgt
  • Aussage: Die durchschnittliche jährliche Verzinsung des jeweils noch gebundenen Kapitals über die gesamte Laufzeit
  • Einheit: Prozent pro Jahr (% p.a.)
  • Berechnung: Iterativ bzw. numerisch, da die zugrunde liegende Gleichung in der Regel nicht analytisch lösbar ist
  • Entscheidungsregel: Eine Investition gilt als vorteilhaft, wenn die IRR über der geforderten Mindestverzinsung (Hurdle Rate) bzw. den Finanzierungskosten liegt
  • Relevant bei Agri-PV: Standardkennzahl, um langlaufende Direktinvestments über 20+ Jahre vergleichbar zu machen
  • Abgrenzung: Brutto-IRR (vor Steuern und Gebühren) vs. Netto-IRR (nach Steuern und Kosten) – bei steueroptimierten Investments ein zentraler Unterschied

Was bedeutet die Internal Rate of Return konkret?

Die Internal Rate of Return (IRR), auf Deutsch interner Zinsfuß oder interne Verzinsung, ist eine dynamische Kennzahl der Investitionsrechnung. Sie beschreibt denjenigen Zinssatz, bei dem der Barwert aller zukünftigen Zahlungsströme einer Investition genau dem ursprünglich eingesetzten Kapital entspricht. Anders formuliert: Die IRR ist die Verzinsung, die das über die Laufzeit jeweils noch gebundene Kapital im Durchschnitt erwirtschaftet.

Der entscheidende Unterschied zu einer einfachen Renditebetrachtung liegt in der Berücksichtigung des Zeitwerts des Geldes. Ein Euro, der heute zufließt, ist mehr wert als ein Euro in fünfzehn Jahren. Genau diese zeitliche Verteilung der Zahlungsströme bildet die IRR ab, indem sie spätere Rückflüsse stärker abzinst als frühe. Bei einer Agri-PV-Anlage mit einer typischen Laufzeit von 20 bis 30 Jahren ist dieser Effekt erheblich.

Die IRR übersetzt ein komplexes Zahlungsstromprofil – Anfangsinvestition, laufende Stromerlöse, Betriebskosten, steuerliche Effekte und Restwert – in eine einzige Prozentzahl pro Jahr. Das macht sie zur meistgenutzten Vergleichskennzahl in der Bewertung kapitalintensiver Sachwertinvestments.

Wie wird die IRR berechnet?

Mathematisch ist die IRR jener Zinssatz r, bei dem die Summe der abgezinsten Cashflows gleich der Anfangsinvestition ist. Da diese Gleichung mehrere Perioden umfasst und sich nicht direkt nach r auflösen lässt, wird die IRR numerisch über ein Näherungs- bzw. Iterationsverfahren ermittelt. In der Praxis übernehmen Tabellenkalkulationen (etwa die Funktion IKV bzw. IRR) oder Finanzmodelle diese Berechnung.

Für eine belastbare IRR-Berechnung werden folgende Eingangsgrößen benötigt:

  • Anfangsinvestition: Das eingesetzte Kapital zum Zeitpunkt null, etwa der Kaufpreis der Agri-PV-Parzelle
  • Laufende Zahlungsströme: Jährliche Stromerlöse aus Einspeisevergütung oder Direktvermarktung abzüglich Betriebs- und Wartungskosten
  • Steuerliche Effekte: Steuerersparnisse und spätere Steuerzahlungen, die den Netto-Cashflow verändern
  • Restwert: Der Liquidationserlös oder Restwert der Anlage am Ende des Betrachtungszeitraums

Wichtig ist die methodische Annahme der IRR: Sie unterstellt, dass alle zwischenzeitlichen Rückflüsse zum selben internen Zinssatz wieder angelegt werden. Diese Wiederanlageprämisse ist in der Realität selten exakt erfüllt und einer der Hauptkritikpunkte an der Kennzahl.

Welche Rolle spielt die IRR bei Agri-PV-Direktinvestments?

Ein Sachwertinvestment in Agri-Photovoltaik ist durch ein charakteristisches Zahlungsstromprofil geprägt: eine hohe Anfangsinvestition, in den ersten Jahren steuerlich getriebene Effekte durch Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung, anschließend über zwei Jahrzehnte vergleichsweise stabile Stromerlöse und am Ende ein Restwert. Genau für solche mehrperiodigen, ungleichmäßig verteilten Zahlungsströme ist die IRR die geeignete Kennzahl.

Der Vorteil gegenüber einer reinen Eigenkapitalrendite oder einer simplen Gesamtrendite besteht darin, dass die IRR den zeitlichen Anfall der Steuervorteile korrekt gewichtet. Eine frühe Steuerersparnis im Jahr der IAB-Bildung verbessert die IRR stärker als ein gleich hoher Effekt, der erst in einigen Jahren eintritt. Damit macht die IRR den Liquiditäts- und Zinsvorteil steueroptimierter Strukturen rechnerisch sichtbar.

Gleichzeitig erlaubt die IRR den Vergleich über verschiedene Anlageklassen hinweg – etwa zwischen einer Agri-PV-Parzelle, einer Immobilie oder einer Anleihe – unabhängig von Investitionshöhe und Laufzeit. Investoren nutzen sie deshalb als zentrale Größe, um die Attraktivität eines Investments gegen eine geforderte Mindestverzinsung abzugleichen.

Wie unterscheiden sich Brutto-IRR und Netto-IRR?

Bei der Beurteilung von Renditeangaben ist die Abgrenzung zwischen Brutto- und Netto-IRR entscheidend:

  • Brutto-IRR: Verzinsung vor Abzug von Steuern, Verwaltungs- und Transaktionskosten. Sie überzeichnet die tatsächlich beim Investor ankommende Rendite.
  • Netto-IRR: Verzinsung nach Berücksichtigung individueller Steuerwirkungen, Gebühren und sonstiger Kosten. Sie bildet ab, was netto beim Anleger verbleibt.

Gerade bei IAB-fähigen Agri-PV-Investments klaffen Brutto- und Netto-IRR mitunter deutlich auseinander, weil die steuerlichen Effekte stark vom persönlichen Grenzsteuersatz und der individuellen Gewinnsituation abhängen. Eine Netto-IRR, die für einen Investor mit Spitzensteuersatz gilt, ist nicht ohne Weiteres auf einen Anleger mit niedrigerer Steuerlast übertragbar.

Wichtig: IRR-Angaben in Anlageunterlagen beruhen stets auf Prognoseannahmen und stellen keine garantierte Rendite dar. Die tatsächliche Auswirkung steuerlicher Effekte hängt vom individuellen Steuersatz und der Gewinnsituation ab und sollte mit einem Steuerberater geklärt werden. Eine steuerliche Beratung im Einzelfall ist unverzichtbar; die hier dargestellten Zusammenhänge sind allgemeine Information und keine individuelle Steuer- oder Anlageberatung.

Welche Grenzen und Risiken hat die IRR als Kennzahl?

Die IRR ist aussagekräftig, aber kein Allheilmittel. Wer Investments allein anhand der IRR beurteilt, übersieht wesentliche Aspekte:

  • Wiederanlageprämisse: Die Annahme, alle Rückflüsse ließen sich zum internen Zinssatz wiederanlegen, ist unrealistisch. Die modifizierte interne Rendite (MIRR) korrigiert diese Schwäche teilweise.
  • Keine Risikobetrachtung: Die IRR sagt nichts über das Risiko der Zahlungsströme aus. Markt-, Betreiber- und Regulierungsrisiken müssen separat bewertet werden – etwa die Schwankungen der Volatilität der Strompreise.
  • Prognoseabhängigkeit: Die IRR ist nur so gut wie die zugrunde liegenden Annahmen zu Stromerträgen, Strompreisen und Kosten. Optimistische Eingangsdaten erzeugen eine optimistische IRR.
  • Vergleichbarkeit: Bei stark unterschiedlichen Laufzeiten oder Cashflow-Profilen kann der reine IRR-Vergleich in die Irre führen. Eine ergänzende Betrachtung des Kapitalwerts (NPV) ist sinnvoll.

Für eine fundierte Entscheidung sollte die IRR daher immer gemeinsam mit weiteren Kennzahlen wie dem Kapitalwert, dem maßgeblichen Zinssatz der Finanzierung und einer qualitativen Risikoeinschätzung betrachtet werden. Die IRR ist ein Werkzeug zur Strukturierung der Entscheidung, nicht ihr alleiniger Maßstab.

Wie ist eine prognostizierte IRR einzuordnen?

Eine in Anlageunterlagen ausgewiesene IRR ist eine Modellrechnung auf Basis von Annahmen, die zum Zeitpunkt der Erstellung plausibel erschienen. Sie ist weder ein Versprechen noch eine Garantie. Schwanken Stromerlöse, verändert sich das Marktpreisniveau oder weicht die individuelle Steuersituation von der Modellannahme ab, kann die tatsächlich realisierte interne Verzinsung deutlich abweichen – nach oben wie nach unten.

Investoren sollten daher stets hinterfragen, ob eine ausgewiesene IRR brutto oder netto kalkuliert ist, welcher Grenzsteuersatz unterstellt wurde und welche Annahmen zu Strompreis, Degradation der Module und Betriebskosten in das Modell eingeflossen sind. Erst diese Transparenz macht eine IRR-Angabe belastbar vergleichbar.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Was ist der Unterschied zwischen IRR und einer einfachen Rendite?

Eine einfache Rendite setzt den Ertrag ins Verhältnis zum Kapital, ohne den Zeitpunkt der Zahlungen zu berücksichtigen. Die IRR hingegen bezieht den Zeitwert des Geldes ein und zinst spätere Rückflüsse stärker ab als frühe. Bei Investments mit langer Laufzeit und ungleichmäßigen Zahlungsströmen, wie Agri-PV, liefert die IRR daher ein realistischeres Bild der tatsächlichen Verzinsung.

Ab welcher IRR gilt ein Investment als attraktiv?

Ein Investment gilt rechnerisch als vorteilhaft, wenn die IRR über der individuell geforderten Mindestverzinsung (Hurdle Rate) oder über den Finanzierungskosten liegt. Welche Schwelle angemessen ist, hängt vom Risikoprofil, der Laufzeit und den Alternativanlagen des Investors ab. Eine absolute Höhe lässt sich nicht pauschal als gut oder schlecht bewerten, ohne das zugehörige Risiko zu betrachten.

Warum sollte man sich nicht allein auf die IRR verlassen?

Die IRR unterstellt eine Wiederanlage aller Rückflüsse zum internen Zinssatz, was in der Praxis selten zutrifft, und sie enthält keine eigene Risikobewertung. Zudem ist sie vollständig von den Prognoseannahmen zu Erträgen und Kosten abhängig. Sinnvoll ist deshalb die ergänzende Betrachtung von Kapitalwert (NPV), Risikofaktoren und der modifizierten internen Rendite (MIRR).

Was bedeutet eine prognostizierte IRR in Anlageunterlagen?

Eine ausgewiesene IRR ist eine Modellrechnung auf Basis von Annahmen und stellt keine garantierte Rendite dar. Sie kann je nach Strompreisentwicklung, Stromertrag, Betriebskosten und individueller Steuersituation nach oben oder unten abweichen. Investoren sollten prüfen, ob die Angabe brutto oder netto kalkuliert ist und welcher Grenzsteuersatz unterstellt wurde.

Beeinflusst die persönliche Steuersituation die IRR?

Ja, erheblich. Da steuerliche Effekte wie Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung früh anfallen und früh anfallende Effekte die IRR stärker erhöhen, hängt die Netto-IRR direkt vom individuellen Grenzsteuersatz und der Gewinnsituation ab. Eine Netto-IRR für einen Investor mit Spitzensteuersatz ist nicht auf einen Anleger mit niedrigerer Steuerlast übertragbar; eine individuelle steuerliche Beratung ist unverzichtbar.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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