Agri-PV im Investment-Kontext
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Was ist eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage)?

Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ist eine technische Einrichtung, die Sonnenlicht über Solarmodule direkt in elektrische Energie umwandelt. Sie besteht im Kern aus Modulen, Wechselrichtern, Unterkonstruktion und Messtechnik, bei Freiflächen- und Agri-PV-Anlagen oft ergänzt um Trafostationen und optionale Speicher. Steuerlich gilt eine gewerblich betriebene PV-Anlage in der Regel als abnutzbares, bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens und ist damit Grundlage für Abschreibungen und den Investitionsabzugsbetrag nach §7g EStG.

June 2, 2026

Inhaltsverzeichnis

Photovoltaikanlage auf den Punkt gebracht

  • Definition: Technische Einrichtung, die Sonnenlicht über Solarmodule direkt in Strom umwandelt
  • Kernkomponenten: Solarmodule, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Verkabelung und Messtechnik
  • Bei Freifläche/Agri-PV: ergänzt um Trafostationen, nachgeführte Trackersysteme und optionale Speicher
  • Steuerliche Einordnung: gewerblich betrieben in der Regel ein abnutzbares, bewegliches Wirtschaftsgut
  • Abschreibung: lineare AfA über 20 Jahre (5 Prozent pro Jahr) bei Freiflächen-PV
  • Steuerlicher Hebel: Grundlage für den Investitionsabzugsbetrag und die Sonderabschreibung nach §7g EStG

Wie ist eine Photovoltaikanlage aufgebaut?

Eine Photovoltaikanlage wandelt solare Strahlungsenergie über den photovoltaischen Effekt in elektrischen Strom um. Auch wenn die Größe stark variiert – von der kleinen Dachanlage bis zum Solarpark – ist der grundsätzliche Aufbau ähnlich. Die zentralen Komponenten sind:

  • Solarmodule: erzeugen aus Sonnenlicht Gleichstrom
  • Wechselrichter: wandeln den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um
  • Unterkonstruktion: fixe Gestelle oder nachgeführte Trackersysteme, die die Module ausrichten
  • Verkabelung und Messtechnik: verbinden die Komponenten und erfassen die Einspeisung
  • Trafostation: bei größeren Anlagen für die Einspeisung auf höherer Spannungsebene

Bei Agri-Photovoltaik kommen häufig aufgeständerte oder vertikale Modulreihen zum Einsatz, die eine gleichzeitige landwirtschaftliche Nutzung der Fläche erlauben. Der Wechselrichter ist dabei nicht nur technisch zentral, sondern auch das Element, das eine Parzelle als eigenständige Einheit abgrenzt.

Welche Lebensdauer hat eine PV-Anlage?

PV-Anlagen sind langlebige Investitionsgüter. Bei den einzelnen Komponenten ist jedoch zwischen wirtschaftlicher und steuerlicher Nutzungsdauer zu unterscheiden:

  • Module: durchschnittlich 25 bis 30 Jahre, häufig auch darüber hinaus nutzbar
  • Wechselrichter und Speicher: meist 10 bis 15 Jahre, danach Austausch erforderlich
  • Steuerliche AfA: Freiflächen-PV wird über 20 Jahre abgeschrieben

Die tatsächliche Haltbarkeit hängt von Komponentenqualität, Standortbedingungen, Installation und Wartung ab. Eine professionelle Betriebsführung trägt wesentlich dazu bei, dass eine Anlage über Jahrzehnte wirtschaftlich arbeitet.

Warum ist die steuerliche Einordnung so wichtig?

Für ein Direktinvestment ist entscheidend, dass eine gewerblich betriebene PV-Anlage steuerlich als abnutzbares, bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens gilt. Aufdach- und Freiflächenanlagen erfüllen dies in der Regel; bei dachintegrierten Indach-Anlagen ist die Beweglichkeit gesondert zu prüfen.

Nur eine als bewegliches Wirtschaftsgut eingeordnete, gewerblich genutzte PV-Anlage eröffnet den Zugang zu Investitionsabzugsbetrag, Sonderabschreibung und linearer AfA. Diese Einordnung ist damit die technische und rechtliche Grundlage des gesamten steuerlichen Hebels.

Ein wichtiger Unterschied betrifft die Anlagengröße: Kleine private Anlagen bis 30 kWp sind nach §3 Nr. 72 EStG einkommensteuerbefreit. Diese Steuerbefreiung schließt den IAB-Hebel für solche Anlagen weitgehend aus. Gewerbliche Freiflächen- und Agri-PV-Anlagen liegen dagegen deutlich über dieser Grenze, werden voll gewerblich betrieben und sind nicht von der Befreiung erfasst – genau das macht sie für den steuerlichen Hebel geeignet.

Die hier dargestellten Zusammenhänge sind eine allgemeine Information und keine individuelle Steuerberatung. Die konkrete Einordnung einer Anlage und ihre steuerliche Behandlung hängen vom Einzelfall ab und sollten mit einem Steuerberater geklärt werden.

Welche Rolle spielt die PV-Anlage im Investment?

Die Photovoltaikanlage ist der reale Sachwert, auf dem ein Agri-PV-Investment beruht. Über ihre Stromproduktion entstehen die laufenden Erlöse – sei es über die Einspeisevergütung, die Direktvermarktung oder einen Stromliefervertrag. Zugleich bildet sie die Bemessungsgrundlage für die Abschreibungen.

Für Investoren sind dabei vor allem zwei Größen relevant: die Qualität der verbauten Komponenten, die über Ertrag und Lebensdauer entscheidet, sowie die Ertragsprognose des Standorts, die idealerweise durch unabhängige technische Gutachter geprüft wird. Beide Faktoren bestimmen, wie verlässlich die Anlage über ihre Laufzeit die erwarteten Erträge liefert.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Aus welchen Komponenten besteht eine Photovoltaikanlage?

Die Kernkomponenten sind Solarmodule, Wechselrichter, Unterkonstruktion (bei Agri-PV häufig nachgeführte Trackersysteme), Verkabelung, Zähler sowie bei größeren Anlagen Trafostationen. Optional kommt ein Batteriespeicher hinzu. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom um und ist zugleich das funktional abgrenzende Element einer Parzelle.

Wie lange hält eine PV-Anlage?

Module haben eine Lebensdauer von häufig über 30 Jahren, während Wechselrichter und Batteriespeicher meist nach 10 bis 15 Jahren ersetzt werden. Steuerlich wird eine Freiflächen-PV-Anlage dagegen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 20 Jahren abgeschrieben. Wirtschaftliche und steuerliche Nutzungsdauer sind also nicht identisch.

Ist eine PV-Anlage ein bewegliches Wirtschaftsgut?

Aufdach- und Freiflächenanlagen gelten regelmäßig als bewegliche Wirtschaftsgüter, während bei dachintegrierten Indach-Anlagen die Beweglichkeit gesondert zu prüfen ist. Diese Einordnung ist entscheidend, weil nur bewegliche Wirtschaftsgüter den Investitionsabzugsbetrag ermöglichen. Die konkrete Bewertung sollte mit einem Steuerberater erfolgen.

Warum sind kleine Dachanlagen steuerlich anders gestellt?

Kleine private Anlagen bis 30 kWp sind nach §3 Nr. 72 EStG einkommensteuerbefreit, wodurch der IAB-Hebel für sie weitgehend entfällt. Gewerbliche Freiflächen- und Agri-PV-Anlagen liegen deutlich über dieser Grenze, werden voll gewerblich betrieben und sind daher nicht von der Befreiung erfasst. Genau das macht sie für den steuerlichen Hebel geeignet.

Wie aufwendig ist die Wartung einer PV-Anlage?

PV-Anlagen gelten als wartungsarm, benötigen aber regelmäßige Sichtprüfung, Reinigung, Kontrolle der Verkabelung und Fernüberwachung der Erträge. Diese technische Betriebsführung wird bei Direktinvestments üblicherweise von einem Dienstleister übernommen. Ein zuverlässiger Betrieb ist Voraussetzung dafür, dass die Anlage über ihre Laufzeit den prognostizierten Ertrag liefert.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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