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Was ist ein PPA (Power Purchase Agreement)?

Ein PPA (Power Purchase Agreement) ist ein langfristiger, bilateraler Stromliefervertrag zwischen einem Anlagenbetreiber und einem Stromabnehmer. Er regelt Menge, Preis, Laufzeit und Lieferbedingungen für den erzeugten Solarstrom, meist über 5 bis 20 Jahre. Bei Agri-PV bieten PPAs eine Alternative oder Ergänzung zur klassischen EEG-Vergütung und schaffen Planungssicherheit für Betreiber, Abnehmer und mittelbar auch für die verpachtenden Landwirte.

May 17, 2026

Inhaltsverzeichnis

PPA auf den Punkt gebracht

  • Langfristiger Stromliefervertrag: Direkter Verkauf von Solarstrom an einen Abnehmer, meist über 5 bis 20 Jahre
  • Preisstabilität: Festgelegter Preis pro Megawattstunde über die gesamte Vertragslaufzeit – unabhängig von Börsenpreisen
  • Alternative zum EEG: Wichtig bei nicht förderfähigen Anlagen, Post-EEG-Anlagen und für reine Marktvermarktung
  • Bedeutung für Agri-PV: Sichert Erlöse über die EEG-Laufzeit hinaus und macht Projekte für Banken finanzierbar

Wie funktioniert ein PPA?

Bei einem Power Purchase Agreement schließen ein Stromerzeuger – also der Betreiber einer Agri-PV-Anlage – und ein Abnehmer einen direkten Vertrag über die Lieferung von Solarstrom. Anders als bei der klassischen Einspeisung ins öffentliche Netz mit gesetzlich garantierter Vergütung nach dem EEG wird der Preis hier zwischen den Vertragsparteien frei verhandelt.

Der Vertrag regelt im Detail: Strommenge, Preis pro MWh, Vertragslaufzeit, Lieferprofil, Herkunftsnachweise und Risikoverteilung. Typische Laufzeiten liegen zwischen 5 und 20 Jahren. Je nach Ausgestaltung erfolgt die Lieferung physisch über das Stromnetz oder rein bilanziell als Preisabsicherungsinstrument.

Die Preisbildung orientiert sich am erwarteten Marktwert des Stroms: Ausgangspunkt sind die Terminmarktpreise an Strombörsen wie der EEX. Davon werden Risikoaufschläge für Profilwertigkeit, Mengenrisiko und Vermarktungskosten abgezogen. Aktuelle Marktdaten zeigen, dass langfristige Solar-PPAs in Deutschland im Jahr 2025 überwiegend im Bereich von 55 bis 65 €/MWh abgeschlossen wurden.

Ein PPA verlagert das Marktpreisrisiko vom Anlagenbetreiber auf den Abnehmer. Beide Seiten gewinnen Planungssicherheit – der Erzeuger kalkulierbare Erlöse, der Abnehmer kalkulierbare Strompreise.

Welche PPA-Modelle gibt es?

Physisches PPA

Der Strom wird tatsächlich vom Erzeuger an den Abnehmer geliefert. Bei einem On-Site-PPA steht die Erzeugungsanlage direkt am Verbrauchsort – etwa eine Agri-PV-Anlage neben einer Molkerei oder einem Gewerbebetrieb. Da das öffentliche Netz nicht genutzt wird, entfallen Netzentgelte. Beim Off-Site-PPA wird der Strom über das öffentliche Netz an einen entfernten Abnehmer geleitet. Hier ist ein professionelles Bilanzkreismanagement nötig.

Virtuelles oder synthetisches PPA

Hier fließt kein physischer Strom zwischen den Vertragsparteien. Es handelt sich um einen reinen Finanzkontrakt (Contract for Difference): Liegt der Börsenpreis unter dem vereinbarten Festpreis, zahlt der Abnehmer die Differenz; liegt er darüber, zahlt der Erzeuger. Das virtuelle PPA dient als Absicherungsinstrument gegen Strompreisschwankungen, ohne dass die physische Lieferkette verändert werden muss.

Corporate PPA und Utility PPA

Beim Corporate PPA ist der Abnehmer ein Endverbraucher – etwa ein Industriekonzern, der seinen Energiebedarf langfristig grün abdecken will. Beim Utility PPA tritt ein Energieversorger, Direktvermarkter oder Stromhändler als Abnehmer auf, der den Strom weitervermarktet. Für Agri-PV-Projekte sind beide Wege relevant: Corporate PPAs bieten oft höhere Preise, Utility PPAs sind dafür leichter zugänglich.

Pay-as-produced und Hybrid-PPAs

Die häufigste Variante ist das Pay-as-produced-Modell: Der Abnehmer zahlt für genau die Strommenge, die produziert wurde. Daneben gewinnen Hybrid-PPAs an Bedeutung – sie kombinieren Solar, Wind und Batteriespeicher in einem Vertrag. So lassen sich Erzeugungslücken ausgleichen und ein gleichmäßigeres Lieferprofil garantieren.

Warum sind PPAs für Agri-PV wichtig?

Finanzierungssicherheit für Großprojekte

Banken finanzieren Agri-PV-Anlagen im Megawatt-Bereich nur, wenn die Erlöse über die gesamte Kreditlaufzeit kalkulierbar sind. Die EEG-Einspeisevergütung bietet diese Sicherheit für 20 Jahre. Geht ein Projekt aber leer in der Ausschreibung aus oder soll es ohne EEG-Förderung realisiert werden, übernimmt das PPA diese Rolle. Es liefert die wirtschaftliche Grundlage, auf der Banken Kredite zusagen.

Schutz vor negativen Strompreisen

Seit Inkrafttreten des Solarspitzengesetzes im Februar 2025 entfällt die EEG-Vergütung in Stunden mit negativen Strompreisen. 2024 traten solche Stunden bereits 457-mal auf, im ersten Halbjahr 2025 schon 389-mal. Ein PPA mit fixiertem Preis schützt Betreiber davor – der Abnehmer trägt das Preisrisiko.

Bedeutung über die EEG-Laufzeit hinaus

Bis 2030 fallen in Deutschland Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 51 Gigawatt aus der EEG-Förderung. Ohne Anschluss­vermarktung müssten diese stillgelegt oder zurückgebaut werden. PPAs sind hier das zentrale Instrument, um den wirtschaftlichen Weiterbetrieb zu sichern – auch für Agri-PV-Anlagen, die ab den 2040er-Jahren betroffen sein werden.

Beitrag zur Klimastrategie der Abnehmer

Industrieunternehmen, Stadtwerke und Konzerne nutzen PPAs zunehmend, um ihre CO₂-Bilanz zu verbessern, ESG-Kriterien zu erfüllen und sich gegen steigende Strompreise abzusichern. Mit dem EU-Mechanismus zur CO₂-Grenzabgabe (CBAM), der ab 2026 voll wirksam wird, gewinnt grüner Strom zusätzlich an Bedeutung. Allein 2024 wurden in Deutschland PPAs für erneuerbare Energien mit einem Volumen von 3,6 Gigawatt neu abgeschlossen – ein Plus von 323 % gegenüber 2023.

Welche Risiken und Grenzen haben PPAs?

So planbar ein PPA wirkt, so anspruchsvoll ist seine Ausgestaltung. Drei zentrale Risiken sollten Landwirte und Projektpartner kennen:

  • Lange Vertragsbindung: Mit 10 bis 20 Jahren liegen PPA-Laufzeiten oft jenseits üblicher Energiepreis-Prognosehorizonte – beide Seiten tragen Marktrisiken
  • Volumenrisiko: Liefert die Anlage weniger Strom als vertraglich zugesagt (etwa nach einem Schaden), muss die Differenz zu Marktpreisen zugekauft werden
  • Bonität des Abnehmers: Ein Festpreisvertrag ist nur so viel wert wie die Zahlungsfähigkeit des Abnehmers über die gesamte Laufzeit
  • Marktdynamik 2025: Häufige negative Börsenstrompreise und schwankende Großhandelspreise machen Anbieter zurückhaltender bei langfristigen Festpreisen – der PPA-Markt in Deutschland ist 2025 deutlich abgekühlt

Aus diesen Gründen werden PPAs in der Praxis selten als einzige Vermarktungsform genutzt. Häufiger ist eine Kombination: EEG-Vergütung für einen Teil der Laufzeit, anschließend Direktvermarktung oder PPA. Bei Feldwerke fließt diese Logik in die Vertragsgestaltung ein – das wirtschaftliche Risiko der Stromvermarktung trägt der Betreiber, die vereinbarte Pacht bleibt für den Landwirt gesichert.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Was ist der Unterschied zwischen einem PPA und der EEG-Einspeisevergütung?

Die EEG-Einspeisevergütung ist ein staatlich garantierter Festpreis, den der Netzbetreiber an Anlagenbetreiber zahlt – für 20 Jahre und unabhängig vom Marktpreis. Ein PPA ist ein privatrechtlicher Vertrag zwischen Erzeuger und Abnehmer, frei verhandelt und ohne staatliche Garantie. PPAs greifen vor allem dann, wenn keine EEG-Förderung mehr zur Verfügung steht oder die Wirtschaftlichkeit jenseits der EEG-Laufzeit gesichert werden soll.

Profitieren Landwirte direkt von einem PPA?

Indirekt ja. Der PPA ist ein Vertrag zwischen Anlagenbetreiber und Stromabnehmer – Landwirte sind daran nicht beteiligt. Da das PPA aber die Erlössituation des Betreibers verbessert und Projekte überhaupt finanzierbar macht, kann es höhere Pachtangebote ermöglichen. Bei Hybrid- oder Umsatzbeteiligungsmodellen partizipieren Landwirte zusätzlich an besonders günstigen PPA-Erlösen.

Wie lange läuft ein typisches Solar-PPA in Deutschland?

Die meisten Solar-PPAs in Deutschland werden über Laufzeiten von 10 bis 15 Jahren abgeschlossen, einige auch über 5 oder 20 Jahre. Kurze Laufzeiten unter 5 Jahren sind selten, da die Finanzierungssicherheit dann eingeschränkt ist. Bei Agri-PV-Projekten orientiert sich die Laufzeit oft an der EEG-Förderdauer von 20 Jahren oder schließt direkt daran an.

Sind PPAs auch für kleinere Agri-PV-Anlagen sinnvoll?

PPAs werden in Deutschland überwiegend ab einer Anlagengröße von 2 bis 10 Megawatt-Peak abgeschlossen. Für kleinere Anlagen sind die Transaktionskosten meist zu hoch, und Direktvermarkter bieten standardisierte Verträge erst ab dieser Größenordnung an. Kleinere Agri-PV-Anlagen nutzen daher in der Regel die EEG-Vergütung oder die klassische Direktvermarktung mit Marktprämie.

Was passiert mit dem PPA, wenn die Anlage weniger Strom liefert?

Beim Pay-as-produced-Modell zahlt der Abnehmer nur für tatsächlich gelieferten Strom – das Mengenrisiko trägt der Betreiber. Bei Festmengen-PPAs muss der Betreiber fehlende Mengen am Spotmarkt zukaufen, was zu Verlusten führen kann. Aus diesem Grund wird in Deutschland bei Agri-PV überwiegend das Pay-as-produced-Modell vereinbart, das das Volumenrisiko fair verteilt.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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