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Was ist CAPEX bei Agri-PV?

CAPEX (Capital Expenditures) bezeichnet die einmaligen Investitionsausgaben für Planung, Bau und Inbetriebnahme einer Agri-PV-Anlage. Typische Werte liegen bei 800 bis 1.500 € pro kWp installierter Leistung – rund 20 bis 40 % über klassischen Süd-ausgerichteten Freiflächenanlagen. Bei Pachtmodellen tragen Projektpartner wie Feldwerke die gesamte Investition; der Landwirt geht kein finanzielles Risiko ein und erhält planbare Pachteinnahmen.

May 17, 2026

Inhaltsverzeichnis

CAPEX bei Agri-PV auf den Punkt gebracht

  • Definition: CAPEX (Capital Expenditures) bezeichnet die einmaligen Investitionsausgaben für Planung, Bau und Inbetriebnahme einer Agri-PV-Anlage
  • Größenordnung: typischerweise 800 bis 1.500 € pro kWp installierter Leistung – etwa 20 bis 40 % über klassischer Freiflächen-PV
  • Hauptkostenblöcke: Module, Unterkonstruktion, Wechselrichter, Netzanschluss, Planung und Genehmigung
  • Wer trägt die Kosten: Bei Pachtmodellen tragen Projektierer und Betreiber wie Feldwerke die gesamte Investition – Landwirte gehen keinerlei finanzielles Risiko ein

Was umfasst CAPEX bei Agri-PV genau?

CAPEX (Capital Expenditures) bündelt alle einmaligen Investitionsausgaben, die vor dem ersten Betriebsjahr einer Agri-PV-Anlage anfallen. Dazu zählen sämtliche Posten, die nötig sind, um die Anlage betriebsbereit ans Netz zu bringen. Im Unterschied zu den laufenden Betriebskosten (OPEX) fließen CAPEX gebündelt am Anfang der Projektlaufzeit – sie bestimmen die Finanzierung maßgeblich und sind die zentrale Stellschraube für die Stromgestehungskosten (LCOE).

Für Agri-PV-Anlagen in Deutschland liegen die spezifischen Investitionskosten typischerweise bei 800 bis 1.500 € pro Kilowattpeak (kWp) installierter Leistung. Klassische Freiflächenanlagen kommen aktuell auf 600 bis 900 €/kWp – Agri-PV liegt also rund 20 bis 40 % darüber. Dieser Aufschlag kommt vor allem durch die aufwendigere  Unterkonstruktion zustande, die parallele landwirtschaftliche Nutzung erst ermöglicht.

Wichtig zu verstehen: Für den Landwirt ist diese Investitionssumme keine Belastung. Bei den gängigen Pachtmodellen übernimmt der Projektpartner die gesamte CAPEX – der Landwirt verpachtet lediglich seine Fläche und erhält dafür planbare Pachteinnahmen, unabhängig von Stromertrag oder Marktpreisentwicklung.

Feldwerke trägt als Betreiber und Projektpartner die vollständige Investition. Der Landwirt geht kein finanzielles Risiko ein – er erhält gesicherte Pachteinnahmen und bewirtschaftet seine Fläche wie gewohnt weiter.

Welche Kostenpositionen treiben die CAPEX?

Die Investitionskosten einer Agri-PV-Anlage setzen sich aus mehreren Hauptpositionen zusammen. Die genaue Verteilung variiert je nach Anlagentyp, Standort und gewählter Technologie:

Solarmodule

Die PV-Module machen heute nur noch rund ein Drittel der Gesamtinvestition aus. Modulpreise sind in den letzten Jahren stark gefallen und bewegen sich 2025/26 zwischen 0,09 und 0,15 €/Wp. Bei vertikalen Systemen kommen häufig teurere bifaziale Module zum Einsatz, die Sonnenlicht beidseitig nutzen.

Unterkonstruktion und Aufständerung

Die größte Differenz zu klassischer Freiflächen-PV liegt in der Unterkonstruktion. Während ein Standard-Solarpark mit niedrigen Reihen auskommt, benötigt Agri-PV eine lichte Höhe von mindestens 2,10 Metern, bei Tierhaltung deutlich mehr. Das Fraunhofer ISE beziffert die Investitionskosten allein für die Agri-PV-Unterkonstruktion auf rund 370 €/kW gegenüber etwa 75 €/kW bei klassischer Freiflächen-PV – ein Mehrfaches an Stahl-, Fundament- und Montageaufwand.

Wechselrichter und Elektrotechnik

Wechselrichter wandeln den erzeugten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um. Hinzu kommen Verkabelung, Trafostation und Mittelspannungsschaltanlage. Für die Gleichstromseite einschließlich Trafo werden typischerweise 200 bis 250 €/kWp kalkuliert.

Netzanschluss

Der Anschluss an das öffentliche Stromnetz ist ein erheblicher und stark standortabhängiger Kostenblock. Je nach Entfernung zum nächsten Netzverknüpfungspunkt und benötigter Spannungsebene können hier hohe sechsstellige Beträge anfallen. Bei größeren Anlagen liegen die Netzanschlusskosten oft bei 50 bis 150 €/kWp.

Planung, Genehmigung und Projektentwicklung

Vor dem ersten Modul fallen umfangreiche Vorlaufkosten an: Standortanalyse, Bauleitplanung, Umweltgutachten, statische Berechnungen und juristische Prüfung. Diese „weichen Kosten“ können 5 bis 10 % der Gesamtinvestition ausmachen.

Warum ist CAPEX bei Agri-PV höher als bei Freiflächen-PV?

Die Doppelnutzung der Fläche ist konstruktiv anspruchsvoller als ein reiner Solarpark. Mehrere Faktoren treiben die Mehrkosten:

  • Höhere Aufständerung: Mindestens 2,10 m lichte Höhe (Kategorie I nach DIN SPEC 91434) erfordert deutlich mehr Stahl, tiefere Fundamente und größere Trägerprofile
  • Größere Reihenabstände: 9 bis 12 Meter Abstand zwischen den Modulreihen verteilen die gleiche Leistung auf mehr Fundamente und längere Verkabelung pro kWp
  • Statik und Windlast: Höhere Konstruktionen müssen stärkeren Wind- und Schneelasten standhalten – die Trägerprofile werden entsprechend massiver dimensioniert
  • Nachführsysteme: Wer Tracker einsetzt, investiert zusätzlich in Motoren, Steuerung und beweglich gelagerte Achsen
  • Schutz vor Landmaschinen: Rammschutz an Pfosten und höhere Kabelverlegetiefen sind in der DIN SPEC 91434 vorgeschrieben und treiben die Kosten weiter

Wer finanziert die CAPEX – und was bedeutet das für Landwirte?

Bei Agri-PV-Projekten gibt es grundsätzlich zwei Konstellationen: Entweder der Landwirt errichtet die Anlage selbst und finanziert sie über Eigenkapital und Bankdarlehen, oder er verpachtet seine Fläche an einen spezialisierten Projektierer.

In der Praxis dominiert das Pachtmodell deutlich – aus gutem Grund: Eine 5-MWp-Anlage mit Investitionskosten von 5 bis 7 Mio. € ist für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe weder finanzierbar noch sinnvoll, da der Landwirt damit ein erhebliches energiewirtschaftliches Risiko übernehmen würde.

Bei einer Verpachtung an einen Projektpartner wie Feldwerke gilt:

  • Vollständige Investitionsübernahme: Der Projektierer trägt 100 % der CAPEX – von der ersten Standortanalyse bis zur Inbetriebnahme
  • Kein Kreditrisiko für den Landwirt: Es werden keine Sicherheiten aus dem landwirtschaftlichen Betriebsvermögen benötigt
  • Gesicherte Pachteinnahmen: Der Landwirt erhält vertraglich zugesicherte Mindestpacht, häufig kombiniert mit einer Umsatzbeteiligung am erzeugten Solarstrom
  • Risiko liegt beim Betreiber: Schwankungen bei Strompreis, Sonneneinstrahlung oder regulatorischen Rahmenbedingungen trägt der Betreiber
  • Rückbau abgesichert: Die Rückbauverpflichtung nach Ende der Laufzeit wird durch Bürgschaften oder Rücklagen abgesichert – auch hier trägt der Betreiber die Kosten

Für den Landwirt heißt das: Er stellt seine Fläche zur Verfügung und erhält dafür über 30 Jahre planbare Pacht. Das gesamte CAPEX-Risiko bleibt beim Projektpartner – ein wesentlicher Vorteil gegenüber Eigeninvestitionen in PV-Großanlagen.

Wie wirkt sich CAPEX auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage aus?

Die CAPEX bestimmt maßgeblich, ab wann sich ein Agri-PV-Projekt rechnet. Sie fließt direkt in die Berechnung der Stromgestehungskosten (LCOE) ein: Höhere Investitionskosten bedeuten höhere Stromgestehungskosten – und damit höhere Anforderungen an Einspeisevergütung oder Strompreis.

Aktuelle Werte des Fraunhofer ISE zeigen LCOE für klassische Freiflächen-PV von 4,1 bis 6,9 ct/kWh in Deutschland. Agri-PV liegt aufgrund der höheren CAPEX entsprechend darüber. Zwei Hebel verbessern die Wirtschaftlichkeit trotz höherer Anfangsinvestition:

  • Eigenverbrauch oder Direktvermarktung: Selbst genutzter Solarstrom spart bis zu 35 ct/kWh Netzbezugskosten – ein Vielfaches der Einspeisevergütung
  • Doppelnutzung: Die Fläche generiert sowohl Strom- als auch landwirtschaftliche Erträge – die Gesamterlöse pro Hektar steigen deutlich

Optional ergänzt ein Batteriespeicher die Anlage. Speicher liegen aktuell bei rund 110 €/kWh Kapazität und erhöhen die CAPEX zusätzlich – verbessern aber die Vermarktungsoptionen, indem sie Erlösverluste durch das Solarspitzengesetz abfedern.

Wie entwickeln sich die Agri-PV-Investitionskosten?

Mehrere Trends drücken die spezifischen CAPEX bei Agri-PV mittel- bis langfristig nach unten:

  • Skaleneffekte: Mit dem Hochlauf der Agri-PV-Branche werden Unterkonstruktionen seriell statt einzelprojektbezogen produziert
  • Standardisierung: Einheitliche Bauarten und Komponenten senken Planungs- und Montagekosten
  • Modulpreise: Sinkende Modulkosten sind branchenweit der zweitgrößte Hebel
  • Innovative Konzepte: Forschungsprojekte – etwa Leichtbau-Module auf bestehenden Witterungsschutzsystemen im Obstbau – reduzieren den Materialeinsatz spürbar

Eine seriöse Wirtschaftlichkeitsanalyse betrachtet CAPEX immer im Zusammenhang mit OPEX, Vergütung, Standortqualität, Finanzierungskonditionen und Fördermöglichkeiten. Erst diese Gesamtbetrachtung zeigt, ob ein konkretes Projekt wirtschaftlich tragfähig ist – und genau diese Prüfung übernimmt der Projektpartner für den Landwirt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Muss ich als Landwirt für die Agri-PV-Anlage Geld in die Hand nehmen?

Nein. Bei einem Pachtmodell tragen Projektpartner wie Feldwerke die gesamten Investitionskosten – von der Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme. Als Landwirt verpachten Sie lediglich Ihre Fläche und erhalten dafür planbare Pachteinnahmen. Sie müssen weder Eigenkapital einsetzen noch Sicherheiten aus Ihrem Betriebsvermögen hinterlegen.

Wie hoch sind die typischen Investitionskosten für eine Agri-PV-Anlage?

Die spezifischen Investitionskosten liegen 2025/26 typischerweise bei 800 bis 1.500 € pro Kilowattpeak (kWp) installierter Leistung. Eine 5-MWp-Anlage bewegt sich also schnell im Bereich von 5 bis 7 Mio. €. Die genaue Höhe hängt vom Anlagentyp (horizontal, vertikal, nachgeführt), der Bodenbeschaffenheit, dem Netzanschluss und der gewählten Kultur unter der Anlage ab.

Warum ist Agri-PV teurer als eine normale Freiflächenanlage?

Die hochgeständerte Konstruktion mit mindestens 2,10 m lichter Höhe nach DIN SPEC 91434 benötigt deutlich mehr Stahl, tiefere Fundamente und größere Trägerprofile. Auch die größeren Reihenabstände verteilen die Leistung auf mehr Fundamente. Diese Mehrkosten von 20 bis 40 % werden jedoch teilweise durch den EEG-Bonus für besondere Solaranlagen ausgeglichen.

Wer trägt das wirtschaftliche Risiko, wenn die Anlage weniger Strom liefert?

Bei einem Pachtmodell trägt der Betreiber das vollständige Marktrisiko. Schwankt der Strompreis oder ist ein Jahr ertragsschwächer, ändert das nichts an Ihrer Pacht. Sie erhalten die vereinbarte Mindestpacht unabhängig vom Stromertrag der Anlage. Bei Hybridmodellen kommt zusätzlich eine prozentuale Umsatzbeteiligung hinzu, die in guten Jahren obendrauf fließt.

Was passiert mit den Investitionskosten am Ende der Vertragslaufzeit?

Nach typischerweise 30 Jahren wird die Anlage fachgerecht zurückgebaut. Auch die Rückbaukosten trägt der Betreiber – seriöse Projektpartner sichern die Rückbauverpflichtung durch Bankbürgschaften oder Rücklagen ab. Ihre Fläche geht ohne Restlasten in den ursprünglichen Zustand zurück, und der Ackerstatus bleibt durchgehend erhalten.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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