Landwirtschaft & Kulturen
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Was ist Artenvielfalt unter Agri-PV?

Artenvielfalt bezeichnet die Vielfalt an Pflanzen-, Tier- und Insektenarten auf einer Fläche. Unter Agri-PV-Anlagen entstehen durch Teilverschattung, Strukturvielfalt und Blühstreifen neue Mikrohabitate, in denen sich oft deutlich mehr Arten ansiedeln als auf intensiv genutzten Ackerflächen. Damit wird Agri-PV zu einem Werkzeug, das landwirtschaftliche Produktion, Energieerzeugung und Naturschutz verbindet.

May 24, 2026

Inhaltsverzeichnis

Artenvielfalt unter Agri-PV auf den Punkt gebracht

  • Mehrwert gegenüber Intensivacker: Studien zeigen einen messbaren Anstieg an Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten in modernen Solarparks und Agri-PV-Anlagen
  • Strukturvielfalt durch Bauweise: Modulreihen, Säume, Biodiversitätsstreifen und Bewirtschaftungsflächen schaffen ein Mosaik an Lebensräumen
  • Mikroklima als Treiber: Teilverschattung, ausgeglichene Feuchtigkeit und reduzierte Temperaturspitzen begünstigen viele Arten
  • Planung ist entscheidend: Saatmischungen, Mahdregime und Strukturelemente bestimmen, ob das Potenzial tatsächlich gehoben wird

Was bedeutet Artenvielfalt im Kontext von Agri-PV?

Artenvielfalt - oft synonym mit Biodiversität verwendet - beschreibt die Vielfalt an Lebewesen auf einer Fläche: von Pflanzen über Insekten bis hin zu Vögeln, Reptilien und Säugetieren. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft Deutschlands ist diese Vielfalt in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Monokulturen, Pflanzenschutzmittel und der Verlust von Saumstrukturen haben Lebensräume verkleinert.

Agri-PV verändert diese Ausgangslage. Statt einer homogen bewirtschafteten Fläche entsteht ein räumlich gegliedertes System: Modulreihen, Bewirtschaftungsstreifen, Säume um die Pfostenfundamente und ungenutzte Randzonen wechseln sich ab. Diese strukturelle Heterogenität ist ökologisch wertvoll - sie schafft Mikrohabitate, die in klassischen Ackerflächen kaum noch vorkommen.

Eine gut geplante Agri-PV-Anlage ist nicht nur ein Stromerzeuger, sondern ein landschaftsökologisches Element. Der ökologische Mehrwert ergibt sich aus der Kombination von Energieerzeugung, fortlaufender Landwirtschaft und gezielter Strukturanreicherung.

Welche wissenschaftlichen Belege gibt es?

Die bislang umfangreichste Untersuchung stammt vom Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne). Für die 2025 veröffentlichte Feldstudie "Artenvielfalt im Solarpark" wurden in den Jahren 2022 bis 2024 insgesamt rund 30 PV-Freiflächenanlagen in zehn Bundesländern sowie eine Tracker-Anlage in Dänemark kartiert. Die zentralen Befunde:

  • 385 Pflanzenarten wurden in den untersuchten Anlagen nachgewiesen
  • 30 Heuschrecken- und 36 Tagfalterarten siedelten sich in teils sehr großer Zahl an
  • 32 Brutvogel- und 63 Nahrungsgastvogelarten nutzten die Flächen
  • 13 Fledermaus-, 13 Libellen- und acht Amphibienarten wurden dokumentiert
  • Der Artenreichtum lag oft höher als auf der vorherigen Ackernutzung

Parallel laufen mehrere Forschungsprojekte speziell zu Agri-PV-Anlagen: Das Projekt AgriBioDiv-PV unter Leitung der TU Dresden, an dem auch das Fraunhofer ISE beteiligt ist, untersucht sechs Agri-PV-Anlagen in Deutschland über drei Jahre hinsichtlich Avifauna, Tagfaltern, Wildbienen, Heuschrecken, Laufkäfern, Vegetation sowie Klein- und Mittelsäugern. Das Projekt VAckerBio 2 der Universität Hohenheim widmet sich vertikalen Agri-PV-Systemen und ihren Effekten auf Nützlinge und Pflanzenentwicklung.

Welche Mechanismen fördern Artenvielfalt?

Strukturvielfalt durch das Anlagendesign

Eine moderne Agri-PV-Anlage gliedert die Fläche in verschiedene Zonen: bewirtschaftete Streifen, teilverschattete Bereiche unter den Modulen, Säume um die Fundamente und gezielt angelegte Biodiversitätsstreifen. Diese kleinräumige Vielfalt ist der wichtigste Hebel: Sie bietet Versteck, Nahrung und Fortpflanzungsraum für unterschiedliche Arten - vom Laufkäfer bis zur Feldlerche.

Mikroklima und Wasserhaushalt

Durch die Teilverschattung der Module sinken Bodentemperatur und Verdunstung. Die Bodenfeuchte bleibt länger erhalten, Temperaturspitzen werden gepuffert. Diese stabileren mikroklimatischen Bedingungen begünstigen Pflanzen mit mittlerem Lichtbedarf sowie Insekten und Kleintiere, die auf ein ausgeglichenes Feuchteklima angewiesen sind.

Schattenwirkung und Tierwohl

Auf Weideflächen mit Agri-PV profitieren auch Nutztiere von der Verschattung. Untersuchungen zeigen, dass Milchkühe unter Agri-PV-Modulen weniger Hitzestress aufweisen - mit niedrigerer Körpertemperatur und Atemfrequenz. Indirekt entsteht damit ein Tierwohlvorteil, der bei Weidehaltung unter Agri-PV regelmäßig dokumentiert wird.

Reduzierter Eintrag von Betriebsmitteln

In vielen Agri-PV-Konzepten werden die Säume und Streifenbereiche extensiv bewirtschaftet - ohne Pflanzenschutzmittel und mit reduzierter Düngung. Damit entsteht ein Refugium, das in der angrenzenden Intensivlandwirtschaft fehlt.

Welche Bauweisen sind besonders günstig?

Nicht jede PV-Anlage entfaltet automatisch denselben ökologischen Effekt. Entscheidend sind lichte Höhe, Reihenabstand und Modulanordnung. Anlagen mit großen Abständen und ausreichender lichten Höhe erlauben sowohl die landwirtschaftliche Nutzung als auch die Entwicklung artenreicher Säume. Besonders günstig sind:

  • Nachgeführte Anlagen mit Trackern: Tracker-Systeme mit einer lichten Höhe über 2,10 m schaffen wechselnde Lichtverhältnisse, die Mikrohabitate variieren lassen
  • Vertikale Systeme: Die senkrecht stehenden Module beanspruchen wenig Bodenfläche und ermöglichen breite Blühstreifen entlang der Reihen
  • Hochgeständerte Bauweisen: Sie schaffen Schattenkorridore und Strukturelemente, ohne den Boden zu versiegeln

Die DIN SPEC 91434 setzt zudem Mindestanforderungen, die für ökologische Qualität relevant sind: Höchstens 10 bzw. 15 Prozent Flächenverlust, gleichmäßige Modulverteilung und sichergestellte Bearbeitbarkeit. Diese Vorgaben beugen einer zu dichten Bebauung vor und lassen Raum für ökologische Strukturelemente.

Ein hoher Artenreichtum entsteht nicht von selbst. Er ist das Ergebnis bewusster Planungsentscheidungen: Saatmischungen, Mahdregime, Strukturelemente und Pflegekonzepte müssen von Anfang an mitgedacht werden.

Wie wird Artenvielfalt aktiv gefördert?

In der Praxis lassen sich mehrere Hebel kombinieren, um den ökologischen Mehrwert einer Agri-PV-Anlage zu maximieren:

  • Regionale Saatmischungen: Standortgerechtes Saatgut für die Säume sichert blütenreiche Bestände und unterstützt heimische Insekten
  • Schonende Pflege: Mahd in mehreren Schritten, abschnittsweise Belassen von Altgras und Mahdgutabfuhr fördern Insekten und Bodenbrüter
  • Strukturelemente: Steinhaufen, Totholzbereiche, Trockenmauern oder Kleingewässer schaffen Lebensraum für Reptilien, Amphibien und Wildbienen
  • Begleitende Maßnahmen: Nistkästen, Sitzwarten oder die Kombination mit Agroforst-Elementen erweitern das Habitatspektrum
  • Pufferzonen zur Umgebung: Extensiv gepflegte Randstreifen verbinden die Anlage mit benachbarten Biotopen und schaffen Vernetzung im Biotopverbund

Welche Rolle spielt Artenvielfalt bei der Genehmigung?

Im Rahmen des Bauleitverfahrens werden Naturschutzbelange systematisch geprüft. Die Untere Naturschutzbehörde wird beteiligt, und je nach Standort müssen artenschutzrechtliche Prüfungen, Eingriffsregelungen oder Kompensationsmaßnahmen umgesetzt werden. Wo eine Agri-PV-Anlage gezielt biodiversitätsfördernde Elemente integriert, lassen sich Ausgleichsflächen häufig produktionsintegriert anlegen - also direkt auf der Projektfläche.

Für Landwirte und Projektierer ergibt sich daraus ein doppelter Nutzen: Ein ökologisch hochwertiges Konzept erleichtert die Genehmigung und stärkt zugleich die Akzeptanz vor Ort. Gemeinden und Anwohner reagieren erfahrungsgemäß positiver auf Anlagen, die sichtbar zur Aufwertung der Landschaft beitragen, als auf reine Freiflächen-Photovoltaik ohne erkennbaren Mehrwert für Natur und Landwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Welche Flächen kommen für Agri-PV-Anlagen in Frage?

Grundsätzlich eignen sich die meisten Flächen, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Problematisch sind Flächen in bestimmten Naturschutzgebieten, wie bspw. Vogelschutzgebiet oder Flora-Fauna-Habitat. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Agri-PV Anlage ist je nach Standort, Flächenstruktur und Netzinfrastruktur oft aber erst ab einer bestimmten Flächengröße möglich: Jede landwirtschaftliche Fläche bis 2,5ha in Hofnähe sowie Grünland ab 5 ha und Acker ab 10ha.

Was kann auf der Fläche angebaut werden?

Generell kann die Fläche bei Agri-PV sowohl als Dauergrünland als auch für Ackerbau oder den Anbau von Dauerkulturen genutzt werden. Bei bodennahen nachgeführten Agri-PV-Systemen ist der Anbau von hochwachsenden Pflanzen ab einer Wuchshöhe von 1,50m (z.B. Mais, Sonnenblumen) problematisch, da diese die Module verschatten und somit den Stromertrag reduzieren können.

Kann eine Agri-PV-Anlage auch auf einer Fläche mit Nutztierhaltung gebaut werden?

Grundsätzlich kann Agri-PV auch mit Nutztierhaltung kombiniert werden. Hier bieten sich insbesondere hoch aufgeständerte Solaranlagen sowie nachgeführten Tracker Systemen Module an. Die Anlage und die Nutztierhaltung muss in einem landwirtschaftlichen Gesamtkonzept umgesetzt werden, aus dem ersichtlich ist, dass die Nutztiere von der Anlage profitieren.

Wie breit ist der Bewirtschaftungsstreifen?

Die Breite des Bewirtschaftungsstreifens bei Agri-PV-Anlagen liegt typischerweise zwischen 9 und 12 Metern, abhängig von der Bewirtschaftungsform. Unter den Modulen wird ein 1–2 Meter breiter Biodiversitätsstreifen angelegt, der zur ökologischen Aufwertung dient und als Pufferzone rechts und links zur Modulaufständerung fungiert. Mindestens 9 Meter Arbeitsbreite sind notwendig, um Verschattungen zwischen den Modulreihen zu vermeiden und sicherzustellen, dass gemäß DIN SPEC 91434 auf Ackerflächen mindestens 85 % und auf Grünland mehr als 90 % der Fläche bewirtschaftet werden können. Der Reihenabstand wird so gewählt, dass er sowohl die statischen Anforderungen (z.B.: Windlasten) als auch eine ausreichende Energieerzeugung und eine effiziente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Inwieweit wird die Nutzung der Fläche für die Landwirtschaft beeinflusst?

Selbstverständlich bringt der Aufbau einer Agri-PV-Anlage gewisse Einschränkungen für die Bearbeitung des Feldes mit sich. Diese sind jedoch aufgrund der individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Reihenabstände (i.d.R. 11-14 m; auch größer möglich), die an die Größe der Maschinen angepasst werden können, überschaubar. Zudem bleibt das Vorgewende erhalten mit einer Breite, die individuell mit Ihnen abgestimmt wird.

Wie sind die Auswirkungen einer Agri-PV-Anlage auf den landwirtschaftlichen Ertrag?

Nach derzeitigen Erkenntnissen (v.a. Studien des Frauenhofer ISE und Technologieförderzentrum Bayern) gibt es – je nach Reihenabstand, Feldfrucht und konkreten Wetterbedingungen – z.T. leicht positiven, z.T. leicht negative Auswirkungen auf Menge und Qualität des Ertrags. Hervorzuheben ist jedoch, dass die Vorgaben, die für die gesetzliche Förderung nach dem EEG erfüllt sein müssen (Erzielen von 66 % des landwirtschaftlichen Referenzertrags, s. DIN SPEC 91434), in allen Versuchen unproblematisch erreicht wurden.

Wie trägt die Agri-PV Anlage zur ökologischen Aufwertung der Fläche bei ?

Agri-PV-Anlagen tragen wesentlich zur ökologischen Aufwertung landwirtschaftlicher Flächen bei. Sie bieten Schutz vor Winderosion, indem die Solarmodule als Barriere wirken und den Boden stabilisieren. Zudem schützen sie vor Extremwetterphänomenen wie Hagel und Starkregen, wodurch Schäden an Erntepflanzen minimiert werden. Die teilweise Beschattung der Pflanzen verhindert Austrocknung, erhöht die Bodenfeuchtigkeit und kann in heißen Sommern zu gesteigerten Erträgen führen. Darüber hinaus erhalten Agri-PV-Anlagen der Fläche eine „Pause“ von intensiver Landwirtschaft, was die Bodengesundheit fördert und die Biodiversität unterstützt.

Welche Genehmigungen sind erforderlich, um Agri-PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu errichten?

Grundsätzlich lässt sich das sehr klar unterscheiden – je nachdem, ob es sich um eine kleinere privilegierte Agri-PV-Anlage bis ca. 2,5 ha oder um eine großskalige Agri-PV-Anlage handelt:

Kleinere Anlagen bis ca. 2,5 ha (privilegiert nach § 35 Abs. 9 Nr. 1 BauGB):
Diese Anlagen sind planungsrechtlich privilegiert und benötigen daher kein Bauleitplanverfahren gemeinsam mit der Gemeinde. In der Regel reicht ein Bauantrag beim zuständigen Landratsamt.
Wenn die Kriterien Hofnähe, direkt-räumlich funktionaler Zusammenhang zur Hofstelle sowie eine Anlage pro Hofstelle erfüllt sind, ist eine Genehmigung innerhalb von ca. 4 Monaten grundsätzlich möglich.

Große Agri-PV-Anlagen:
Bei größeren Projekten ist der Prozess in der Regel umfangreicher und umfasst häufig ein Bauleitplanverfahren (Flächennutzungsplan/Bebauungsplan) inklusive der dazugehörigen Gutachten und Beteiligungen (z. B. Umweltprüfung, Artenschutz, Fachbehörden, Öffentlichkeit).

Wir übernehmen die Koordination der gesamten Schritte, binden Behörden und Fachgutachter ein und sorgen für eine saubere, prüffähige Dokumentation. Die Dauer variiert entsprechend – von mehreren Monaten (bei kleineren Anlagen, je nach Rahmenbedingungen) bis länger bei großskaligen Projekten. Parallel läuft meist die Klärung der Netzanbindung, die den Zeitplan wesentlich beeinflussen kann.

Wie wird Natur- und Artenschutz bei einem Agri-PV-Projekt berücksichtigt?

Artenschutz und Biodiversität sind fester Bestandteil unserer Projektentwicklung. Wir prüfen frühzeitig, welche Schutzgüter betroffen sein können (z. B. Brutvögel, Feldhamster, Fledermäuse oder Biotope) und stimmen die Vorgehensweise mit den zuständigen Behörden und Gutachtern ab. Wenn nötig, werden Kartierungen über geeignete Zeiträume durchgeführt und konkrete Maßnahmen eingeplant – etwa Schutz- und Rückzugsräume, angepasste Pflegekonzepte oder Bauzeitenregelungen. Ziel ist eine Lösung, die Landwirtschaft und Natur gleichermaßen berücksichtigt.

Wird Boden versiegelt oder die Fläche dauerhaft „verbraucht“?

Nein — Agri-PV ist darauf ausgelegt, die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten und die Fläche jederzeit in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. In der Regel werden keine Fundamente gegossen: Die Unterkonstruktion wird gerammt, sodass keine dauerhafte Bodenversiegelung entsteht, sondern nur temporäre und sehr punktuelle Eingriffe (typischerweise < 1 % der Fläche).Die Fläche bleibt weiterhin bewirtschaftbar, und durch angepasste Pflege- und Nutzungskonzepte können je nach Standort sogar positive Effekte entstehen – etwa Bodenschutz, Mikroklima-Vorteile und mehr Biodiversität. Außerdem ist die Anlage grundsätzlich vollständig rückbaubar; das ist vertraglich geregelt.

Ist eine Agri-PV-Anlage ökologisch wertvoller als eine konventionelle Ackerfläche?

Untersuchungen wie die bne-Feldstudie 2024/2025 zeigen, dass Solarparks und Agri-PV-Anlagen auf ehemaligen Ackerflächen meist deutlich artenreicher sind als die vorherige Intensivnutzung. Das gilt insbesondere, wenn Blühstreifen, Säume und extensive Pflegemaßnahmen Teil des Konzepts sind. Allerdings entsteht dieser Mehrwert nicht automatisch, sondern ist Ergebnis bewusster Planung.

Welche Saatmischungen eignen sich für Biodiversitätsflächen unter Agri-PV?

Empfehlenswert sind standortangepasste, regionale Saatmischungen mit hohem Anteil heimischer Wildpflanzen. Sogenanntes Regiosaatgut berücksichtigt die naturräumliche Herkunft und unterstützt heimische Insektenarten besonders gut. Die Auswahl sollte mit der zuständigen Naturschutzbehörde und einem fachkundigen Planungsbüro abgestimmt werden.

Müssen Agri-PV-Betreiber Ausgleichsflächen außerhalb der Anlage bereitstellen?

Das hängt vom Einzelfall und den Vorgaben der Genehmigungsbehörde ab. Häufig lassen sich Eingriffe jedoch produktionsintegriert kompensieren, also direkt innerhalb des Projektgebiets durch Blühstreifen, Säume oder Strukturelemente. Das macht zusätzliche externe Ausgleichsflächen oft entbehrlich.

Wie wird die Artenvielfalt im Betrieb der Anlage langfristig gesichert?

Entscheidend ist ein durchdachtes Pflegekonzept über die gesamte Laufzeit. Dazu gehören eine extensive, gestaffelte Mahd, die Abfuhr des Mahdguts zur Aushagerung der Fläche sowie der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel in den Biodiversitätszonen. Ein regelmäßiges Monitoring zeigt, ob die Maßnahmen wirken und wo nachgesteuert werden muss.

Profitieren auch Vögel und größere Tiere von Agri-PV-Anlagen?

Ja, sofern die Anlage entsprechend gestaltet ist. Die bne-Feldstudie weist über 30 Brutvogel- und mehr als 60 Nahrungsgastvogelarten in Solarparks nach. Offene Strukturen, Sitzwarten und extensive Säume fördern Bodenbrüter und Greifvögel. Auch Reptilien, Amphibien und Fledermäuse profitieren, wenn entsprechende Habitatelemente wie Steinhaufen oder Kleingewässer integriert werden.

Warum produzieren Agri-PV Anlagen mehr Strom als Freiflächen Solaranlagen ?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen deutlich mehr Strom ("Volllaststunden") als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen. Je nach Standort können problemlos 1.400 kWh/kW im Jahr erzeugt werden.

Warum erreichen Agri-PV Anlagen einen höheren Wert in der Direktvermarktung als Freiflächen Solaranlagen?

Durch die der Sonne folgenden Tracker produzieren Agri-PV Anlagen vermehrt Strom in den Morgen- und Abendstunden. In diesen Zeiten ist der Strombedarf bereits hoch, da die Industrie schon/noch Strom benötigt, während das Stromangebot durch die vor allem nach Süden ausgerichteten Freiflächen- und Dachanlagen noch gering ist. Agri-PV Anlagen können dann stark von den hohen Strompreisen profitieren.

Warum bekommen Agri-PV Anlagen eine höhere EEG-Vergütung als Freiflächen Solaranlagen?

Unter dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) bekommen Agri-PV Anlagen wegen ihrem netzdienlichem und sozialverträglichem Konzept eine höhere Vergütung als konventionelle Freiflächen-PV Anlagen.

Wie lange kann man mit Erträgen rechnen?

Die Pachtverträge für unsere Anlagen laufen mind. 30 Jahre, wobei hier die letzten 10 Jahre durch die in der Regel dann zurückgeführte Finanzierung am ertragreichsten sind. Nach Ablauf der 30 Jahre müssen mit den Flächeneigentümern neue Pachtverträge abgeschlossen werden, damit die Anlage weiter Strom produzieren kann.

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