Agri-PV Erfahrungsbericht: Von der Idee zur eigenen Anlage

Agri-PV Erfahrungsbericht: Von der Idee zur eigenen Anlage
Wie sieht der Weg von der ersten Idee bis zur eigenen Agri-PV-Anlage in der Praxis aus? Ein aktuelles Projekt aus Baden-Württemberg zeigt das anschaulich: eine 1,5 Hektar große, privilegierte und hofnahe Anlage mit rund 1 Megawatt Leistung, geplant und umgesetzt von der Betriebsleiterin eines ökologischen Ackerbaubetriebs – Franziska Brenner, heute Landwirtin und Projektentwicklerin bei Feldwerke. Damals plante sie das Projekt jedoch noch komplett eigenständig, ohne professionelle Begleitung. Genau das macht den Fall so aufschlussreich.
Der Ausgangspunkt: eine passende Fläche und ein zweites Standbein
Ausschlaggebend für das Projekt waren mehrere Faktoren, die zusammenkamen: eine anstehende Hofnachfolge, der Wunsch nach einem zweiten, planbaren Einkommensstandbein unabhängig von volatilen Erzeugerpreisen, eine ohnehin gut geeignete Fläche in Hofnähe – und eine frühzeitig eingeholte, positive Netzzusage. Die Anlage sollte dabei einen Betriebszweig ohne zusätzliche Arbeitsspitzen schaffen, quasi als Grundsicherung neben dem laufenden Ackerbau.
Zweieinhalb Jahre von der Idee bis zur fertigen Anlage
Der zeitliche Ablauf macht deutlich, wie langwierig ein eigenständig geplantes Agri-PV-Projekt sein kann:
- Sommer 2023: Erste Überlegungen zur eigenen Anlage
- Herbst 2023: Netzanfrage gestellt, im Dezember 2023 positiv bestätigt
- Winter 2023/2024: Konkrete Planung nach einer Informationsveranstaltung des Landwirtschaftsamts
- Mai 2024: Bauantrag eingereicht, Start des Behördenprozesses
- Herbst 2024: Naturschutzbehörde fordert zusätzlich eine Artenkartierung
- Dezember 2024: Auftrag für die Kartierung vergeben
- Frühjahr 2025: Positive Stellungnahme des Landwirtschaftsamts
- März bis Juli 2025: Artenkartierung zur Brutzeit
- August 2025: Genehmigung erhalten
- Oktober 2025: Insolvenz des ursprünglich beauftragten Tracker-Herstellers – ein empfindlicher Rückschlag kurz vor dem Ziel
- Dezember 2025 / Januar 2026: Bau und Fertigstellung der Anlage
Von der ersten Idee bis zur betriebsbereiten Anlage vergingen damit rund zweieinhalb Jahre – deutlich länger, als ursprünglich eingeplant, und mit mindestens zwei Verzögerungen, die von außen kamen und selbst kaum steuerbar waren: die zusätzliche Artenkartierung und die Insolvenz des Herstellers.
Entscheidungen, die vorab gut durchdacht sein sollten
Neben dem reinen Zeitplan zeigt das Projekt auch, welche Weichenstellungen früh und richtig getroffen werden müssen:
- Flächenauswahl: Ein zuvor gescheitertes Bauleitplanverfahren auf einer anderen Fläche hatte gezeigt, wie aufwendig klassische Freiflächen-Genehmigungen sein können. Für die eigene Anlage kam deshalb von Anfang an nur eine privilegierte, hofnahe Lösung nach § 35 BauGB in Frage.
- Anlagentechnik: Der Bauantrag wurde mit einem 1P-Tracker eingereicht; eine vertiefte technische Auseinandersetzung erfolgte erst später im Prozess. Im Nachhinein wäre – sofern mit der Bewirtschaftung vereinbar – ein 2P-Tracker die naheliegendere Wahl gewesen.
- Genehmigungsweg: Eine Privilegierung ist kein Selbstläufer: Enge Hofbindung, eine Flächenobergrenze von 2,5 Hektar und ein klarer landwirtschaftlicher Bezug müssen nachgewiesen werden – das Verfahren läuft über das Bauamt.
- Finanzierung: Zum Zeitpunkt der Planung gab es noch keine Pachtmodelle in der heutigen Form. Eigeninvest war damit praktisch die einzige Option – inklusive vollem Kapitaleinsatz und vollem wirtschaftlichem wie technischem Risiko.
Die Umsetzung: Bewirtschaftung von Anfang an mitgedacht
Auch beim Bau zeigte sich, dass Tracker-Anlagen andere Anforderungen an Montage, Wartung und Instandhaltung stellen als klassische Fixed-Tilt-Systeme – Zusammenarbeit mit erfahrenen, auf Trackeranlagen spezialisierten Betrieben ist hier ausdrücklich empfehlenswert. Ein praktischer Kniff aus dem Projekt: Die Aussaat erfolgte bereits im Sommer vor dem Bau im darauffolgenden Winter, sodass kein Umbruch des Bestands nötig war. Der nachgesäte Rotklee auf der Fläche hat sich seither gut erholt, die Bewirtschaftung mit Schlepper und Anbaugeräten funktioniert reibungslos – inklusive eines Blühstreifens von 1,30 Metern zwischen den Modulreihen.
Was das Projekt zeigt
Das Projekt macht vor allem eines deutlich: Eine Agri-PV-Anlage in Eigenregie zu planen ist machbar – aber mit erheblichem Zeitaufwand, viel Eigenverantwortung und einer Reihe von Risiken verbunden, die sich im Nachhinein kaum vermeiden lassen, wenn man sie nicht kennt. Ob Artenkartierung, Herstellerinsolvenz oder die Wahl der passenden Trackertechnik – an mehreren Stellen hätte eine professionelle Begleitung Zeit gespart und Risiken abgefedert, die sonst allein getragen werden mussten.
Genau hier setzt die Partnerschaft mit Feldwerke an: Mit dem Pachtmodell übernimmt Feldwerke Planung, Genehmigung, Bau, Betrieb und Wartung der Anlage – ohne Eigenkapitaleinsatz und ohne technisches Risiko für den Betrieb. Die Fläche bleibt bewirtschaftbar, es entstehen planbare Pachteinnahmen über mehr als 30 Jahre plus Umsatzbeteiligung, und die zweieinhalb Jahre Aufwand, die ein eigenständiges Projekt wie dieses gekostet haben, lassen sich mit erfahrener Begleitung deutlich verkürzen.
Wie es weitergeht
Wer das eigene Potenzial für Agri-PV unverbindlich prüfen lassen möchte, kann eine Machbarkeitsanalyse inklusive Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und kostenloser Netzanfrage anfragen. Alternativ lässt sich die größte Agri-PV-Anlage Süddeutschlands in Oberndorf am Lech direkt vor Ort besichtigen.
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